Mitten im August…

garten  … ist sicher der falsche Zeitpunkt, plötzlich die gesamte Gartenplanung über den Haufen zu werfen und von vorn anfangen zu wollen.

Aber so hat es sich nun einmal ergeben. Angebahnt hat es sich eigentlich schon länger und mittlerweile ist aus diversen Ideen (und dem Studium von Fruchtfolgeplänen und Samenbauliteratur) ein Plan entstanden. Naja, eine Art Plan.

Ich mache ja gerne Gartenpläne. Bisher hieß das allerdings, dass ich stundenlang über Mischkulturtabellen brütete und die ursprünglich 9, dann 13, zuletzt 17 und demnächst dann 20 Beete irgendwie mit Kulturen „bestückte“, die einander angeblich gut tun und möglichst auch mit dem Nachbarbeet kompatibel waren. Ein Planungsaufwand, der zugegebener Maßen an langen Winterabenden die Vorfreude auf den Frühling weckte, sich aber selten gelohnt hat. Es wuchs selten so viel, wie ich’s gern gehabt hätte – und das bisschen fiel dann noch oft genug den Schnecken, den Wühlmäusen oder Nachbars Pfau zum Opfer. (Pfauen stehen offenbar auf Kohl, Senf und Radieschen.)

Jetzt also ein neuer – alter – Ansatz. Statt der komplizierten Einzelbeetplanung versuche ich es jetzt mal reihenweise. Die Mischkultur wird beibehalten, allerdings ebenfalls nicht mehr kompliziert individuell, sondern eher nach kompatiblen Pflanzenfamilien (also statt z.B. „Möhren mit Zwiebeln“ allgemeiner „Doldenblütler mit Zwiebelgewächsen“). Ob sich das so einfach hochrechnen lässt? Keine Ahnung, ich werd’s herausfinden. Praktisch ist es jedenfalls, denn auf diese Weise ergeben sich für mich genau 5 unterschiedliche Partnergruppen. Bei 20 Beeten lässt sich das also ganz wunderbar auf jeweils 4 Beete verteilen – so, wie es halt gerade passt. Wie gesagt, ob sich das bewährt, muss ich abwarten. Es kann jedenfalls kaum frustrierender werden als bisher.

Nicht völlig neu, jetzt aber hoffentlich besser organisiert, ist außerdem der Versuch, eigenes Saatgut zu ziehen. Ich habe beobachtet, dass nur wenige Gemüsekulturen wirklich von Anfang an gut in meinem Garten gedeihen (der lehmige Boden und das bergische Klima sind eben etwas eigen). Einige haben sich wirklich super bewährt – rote Melde, Haferwurzel und Gewürzfenchel z.B. – aber die meisten Saaten gingen erst mal nur kümmerlich auf, und dann gingen die Pflanzen auch oftmals ein. Und zwar unabhängig vom Aufwand, den ich um sie getrieben habe.

WENN allerdings mal ein, zwei Pflänzchen allen Widrigkeiten getrotzt und dann noch Samen angesetzt hatten, haben sie sich ganz prima ausgesät (anfangs, weil ich sie nicht rechtzeitig dran gehindert habe). Siehe da – auf die zwei Feldsalatpflänzchen, die im letzten Jahr überhaupt mal gewachsen sind, kommen jetzt dutzende von Nachkommen. Es hat sich also gelohnt, sie stehen und blühen zu lassen.

Und weil ich das mit Mangold, Lauch und roter Melde schon genauso erlebt habe, mache ich das jetzt mit Absicht. Ist ja irgendwie logisch, dass die Nachkommen der Pflanzen, die „trotz allem“ hier gewachsen sind, an den Standort besser angepasst sind als das 08/15-Saatgut (oder auch die jungen Pflänzchen) aus dem Baumarkt. Der einsam überlebende Eichblattsalat, der im Frühsommer geschossen ist, durfte deshalb gleich auch mal blühen. Na, wer hat schon mal einen blühenden Salat gesehen? 😉 Und diesmal sammle ich die entstehenden Samen dann ein und säe sie da aus, wo ich die Pflanzen gern hätte.

Auch hier muss ich natürlich abwarten, ob sich das wirklich bewährt. Aber einen Versuch ist es jedenfalls wert!

Auf jeden Fall bin ich schon ganz aufgeregt und würde am liebsten gleich mit der Aussaat anfangen. Aber jetzt stehen natürlich erst einmal die ganzen Herbstarbeiten an…

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