Haselnussverwertung zum Zweiten

haselnusskuchenMeine Mutter schwärmt immer mal wieder von „Oma Heddels Nusskuchen“, einer Spezialität ihrer Großmutter. Da wir ja nun fleißig Haselnüsse sammeln und knacken, habe ich mich nun endlich daran getraut, dieses Familienheiligtum einmal nachzubacken. Und das, wo ich gar nicht backen kann.

Das Rezept (siehe oben), soweit ich es entziffert habe:

Haselnusstorte (Giebel)

  • 1/2 Pfund gemahlene Nüsse
  • 200 gr. Zucker
  • 4-5 Eier

Zucker mit Gelbei schaumig rühren. Darunter die Nüsse mengen und zum Schluss den ganz fest geschlagenen Schnee leicht unterrühren. Bei ganz mäßiger Hitze backen. Formboden einfetten, Formrand trocken lassen.

Den fertigen Kuchen dünn mit einer Marmelade bestreichen und darüber einen Schokoladenguss.

Und später hat sie noch hinzugefügt:

Elektr. Backofen vorheizen mit 180, backen 35 – 40 Minuten mit 175.

So habe ich es dann erstmal auch nachgemacht. Dabei fiel mir auf, dass unsere modernen Rezepte uns viel mehr Denkarbeit abnehmen – hier muss man sich noch selbst ableiten, dass man die Eier zu trennen hat, um „Gelbei“ und „Schnee“ zu kriegen. – Auch wenn ich annehme, das (Ur-)Oma Heddel mit „einer Marmelade“ tatsächlich Marmelade meint, also Brotaufstrich aus Zitrusfrüchten – ein anderes heiliges Familienrezept ist nämlich „Oma Heddels Orangenmarmelade“ – habe ich lieber Aprikosenfruchtaufstrich genommen.

Zunächst mal: Der Kuchen ist wirklich köstlich! Fluffig und weich, wie ein Mousse, das gebacken wurde (was es ja letztlich auch ist). Mehl und Backpulver werden total überbewertet!

Allerdings war er mir ein bissel zu süß, beim nächsten Mal werde ich also weniger Zucker nehmen. Aber es wird ganz sicher ein nächstes Mal geben, denn… hmmmmm!

Nachdem ich mich an das Rezept gewagt hatte, hat auch meine Mama es ausprobiert – zum ersten Mal in ihrem Leben. Sie war hinterher ganz begeistert. „Ich hab immer geglaubt, dass das total aufwändig sei! Dabei geht das genauso einfach wie ein Fertigkuchen!“

Äh, ja.

Wobei es zu Oma Heddels Zeiten sicher wirklich aufwändiger WAR. Ich hab die 250 g Nüsse z.B. in einer alten Mandelmühle gemahlen, das ist wirklich ziemlich elend (und geknackt und getrocknet werden müssen die Biester auch noch), beim nächsten Mal kommt der Mixer dran. Wenn man dann noch das „Gelbei“ (den Ausdruck find ich so süß!) von Hand schaumig rühren und auch den Eischnee ohne Handrührgerät schlagen muss… dann ist das Rezept schon recht aufwändig. Wahrscheinlich verbraucht man dabei sämtliche Kalorien, die man später durch den Kuchen wieder aufnimmt! 😉

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