Blätter im Wind

Endlich wieder ein Beitrag… die letzten Wochen waren mit Wintervorbereitungen, Erkältungen und Besuchen gespickt, da kam ich vor lauter Aktionismus nicht zum Bloggen.

Gestern war mal wieder etwas mehr Ruhe drin. Da habe ich einen Plan in die Tat umgesetzt, mit dem ich schon eine Weile gedanklich gespielt habe. Ich nenne ihn Blätterkonfekt. Oder, weil ich bei Essen in Blätter- oder Blütenform immer gleich an Tolkiensche Geschöpfe denken muss, Elbenkonfekt…

Früher hatte ich mal ein Kinderkochbuch, darin war ein Rezept für… naja, letztlich Schokoladentäfelchen in Blätterform. Wir haben das einmal zu Hause gemacht und dann nie wieder. Zufällig habe ich aber vor einiger Zeit noch einmal dran gedacht. War doch eigentlich sehr hübsch, und auch einfach. (Allerdings aufwändig, deshalb haben wir es ja auch nur einmal gemacht.) Jetzt hatte ich allerdings etwas höhere Ansprüche und wollte gern grüne Blätter haben. Dadurch ist es nicht mehr ganz so einfach, aber immer noch nicht wirklich schwer. Und obwohl ich relativ schlampig gearbeitet habe, machen die Dinger schon was her! Mit etwas mehr Liebe zum Detail können das richtige Showstopper werden.

Naja. Für einfaches Konfekt halt…

Hier also das Rezept. Diesmal so gar nicht selbst angebaut, aber trotzdem mit viel Liebe verarbeitet.

Elbenkonfekt

  • 1 Handvoll kleine Buchenblätter
  • 500g weiße Blockschokolade
  • 150g ungesalzene Pistazien
  • 1 Vanilleschote
  • Butter nach Gutdünken

Die Buchenblätter darf man nicht zu lange im Voraus sammeln, sonst trocknen sie aus, rollen sich zusammen und sind nicht mehr zu gebrauchen. Auch wenn die Blätter an sich nicht gegessen werden, müssen sie gut unter fließendem Wasser gereinigt werden, schließlich kommen sie mit dem Essen in direkten Kontakt. Danach gut abtropfen lassen.

Die geschälten Pistazien kann man je nach Lust und Laune kurz anrösten. Dann werden sie gemahlen. Die Blockschokolade mit etwas Butter im Wasserbad schmelzen. Das Mark aus der Vanilleschote kratzen und unter die weiße Schokolade rühren, ebenso das Pistazienmehl. Den entstandenen Teig auf einer geeigneten Unterlage auswalzen (ich habe eine Silikonbackmatte genommen, das hat wunderbar funktioniert). Dabei ist es ein bisschen schwierig, die richtige Dicke zu finden – es darf nicht zu klotzig werden, aber auch nicht zu dünn, sonst bricht es später. Daran muss ich auch noch arbeiten.

Beim Verteilen ist der Schokoladenteig bereits etwas kühler und fester geworden. Nun kann man die Buchenblätter mit der Blattunterseite (das ist die, wo die Rippchen heraustreten) in die Masse drücken. Schön andrücken, sonst kommt die Blattmaserung später nicht zur Geltung, außerdem gibt’s Luftbläschen. Gut durchhärten lassen (z.B. eine Stunde in den Kühlschrank oder bei entsprechender Witterung abgedeckt auf die Terasse stellen).

blätterkonfekt2Jetzt kommt der aufwändige Teil: Das Ausschneiden der fertigen Blätter mit einem scharfen Messer (die Silikonmatte bitte vorher entfernen – der Teig sollte inzwischen zu einer massiven Platte geworden sein, lässt sich also problemlos auf ein Schneidebrett umsiedeln). Dabei kann man es beim groben Umriss belassen oder auch ehrgeizig sein und jede einzelne Wölbung im Blatt ausschneiden, ganz wie man mag bzw. es sich zutraut. Von den ausgeschnittenen Blättern wird das echte Blatt vorsichtig abgezogen (wenn es dabei ganz bleibt, kann man es noch für die zweite Runde verwenden…). Blätter in eine Keksdose oder ein ähnlich dicht schließendes Gefäß schichten.

blätterkonfekt3Wie man sieht, habe ich es mir dabei eher einfach gemacht, ich bin halt doch kein Elb. 😉

Den Verschnitt kann man wieder im Wasserbad schmelzen und mit den überlebenden Buchenblättern (oder auch frischen…) genauso verarbeiten, bis es sich nicht mehr lohnt. Ich hatte schon vorher keine Lust mehr und habe die Reste mit noch mehr Butter und etwas Sahne verrührt und in ein leeres Honigglas gefüllt. Heute morgen stand dieses Glas dann auf dem Frühstückstisch. Der beste aller Ehemänner war schon zur Arbeit gefahren, hatte aber einen kleinen Klebezettel hinterlassen: „Weltbester Brotaufstrich“. Wenn also die Blätter nicht gelingen sollten: kein Grund zur Panik!

Wenn sie doch gelingen, kann man sie zur Dekoration von Pudding o.ä. verwenden. Oder sie einfach so naschen, Konfekt eben. Oder sie zusammen mit anderen selbst gemachten Pralinen verschenken.

Grundsätzlich müssen es natürlich keine Buchenblätter sein, alle kleinen Blätter mit festen Blattrippen dürften sich eignen, vorausgesetzt, sie sind ungiftig. Im ursprünglichen Rezept geraten die Blätter braun, da man „richtige“ Schokolade verwendet. Bunte Herbstfärbungen sollten aber auch möglich sein, evtl. mit gefriergetrockneten Himbeeren oder Safran. Hauptsache, die zusätzlichen Zutaten zerstören nicht die Festigkeit der Schokolade! Bei Gelegenheit werde ich wieder experimentieren.

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