Immer wieder Samstags…

… bekommen wir Offline-Spam. Wie die meisten Deutschen. Nämlich „Einkauf aktuell“, also eine meistens total nutzlose Sammlung mit den Sonderangeboten der nächsten Woche.

Wie immer wollte ich diese unnütze Verschwendung von Bäumen gleich in die Papiermülltonne weiterleiten, da fiel mir etwas ein, was ich neulich auf einem Weihnachtsmarkt gesehen hatte. Nämlich Christbaumschmuck aus alten bunten Zeitschriftenresten, handmade in Vietnam. Und ich dachte mir so: Ist ja vom Prinzip her ganz einfach. Probier das doch auch mal aus. Ist besser, als die Zeitungen immer wegzuschmeißen. Kann man sogar verschenken, wenn’s klappt.

Also auf, auf und auf. Zuerst habe ich die großen Sonderangebotsseiten ein wenig verkleinert (längs geviertelt), zu langen und ganz dünnen Papierrollen aufgerollt und plattgedrückt.

zeitungssterne1Die braune Pappe hat keinerlei Bewandnis, die habe ich nur als Unterlage zum Kleben verwendet, weil ich mit Kleber grundsätzlich rumsaue wie eine Grundschülerin im Bastelfieber.

Die oberste Kante der Papierschlangen habe ich nämlich schon mal festgeklebt. Anders als die vietnamesischen Damen, die die Vorbilder meines Bastelprojekts geschaffen haben, habe ich keinen Leim aus Reismehl verwendet, sondern aus – dun dun dun! – Weizenmehl. Ferner Wasser und Zucker. Selbstgekocht. Man kann aber sicherlich auch Tapetenkleister nehmen oder, wenn man zu viel Geld hat, „Art Potch“ (Serviettenkleber). Hauptsache, ett pappt.

Solange der Leim noch feucht ist, werden die Streifen nochmals eingeschmiert und dann aufgerollt, aber so, dass eine Spitze entsteht. Eineckig. Tropfenförmig. Kann ich nicht erklären, also zeige ich, wie’s ungefähr aussehen sollte:

zeitungssterne2Ja, gut bemerkt: Eine Schnecke hat keine Spitze. Das wird die Mitte.

Warum aufrollen, solange der Leim vom Kanten-Befestigen noch feucht ist? Weil das sonst bretthart durchtrocknet und sich nur noch falten, aber nicht mehr rollen lässt.

JETZT lässt man ihn aber erst mal durchhärten, sonst wird der nächste Schritt schwieriger. (Ich sprech da aus Erfahrung. Geduld ist nämlich nicht unbedingt meine Stärke…)

Sind die Schnecken getrocknet, werden sie, wiederum mittels Leim, in eine Art Blumenform gebracht. Das Runde in die Mitte, die Spitzen drumherum. Wieder antrocknen lassen. Nicht grämen, wenn es erst einmal sehr wenig haltbar wirkt. Einfach auf einer Unterlage, die eine Weile nicht bewegt wird, aneinanderschieben und dann erst einmal in Ruhe lassen.

Und daaaann… kommt noch ein langer Papierstreifen (einseitig großzügig eingeleimt) drum herum, als Rahmen sozusagen. Dadurch wird aus der Blume ein Stern. Mehr oder weniger. Mit Gummibändern sorgt man dafür, dass der Rahmen auch wirklich dicht anliegt, bis der Leim getrocknet ist.

zeitungssterne3Jetzt kann man an geeigneter Stelle (Spitze oder Zwischenraum, je nach Geschmack und Festigkeit ;)) eine Kordel ziehen und das Ergebnis demnächst an den Baum hängen. Es sei denn, der Stern sieht immer noch zu blumig aus, dann hebt man ihn vielleicht lieber bis Ostern auf…

zeitungssterneWie man sieht, habe ich mich auch mal an einen Engel gewagt. Natürlich sind auch andere Motive als Sterne möglich – sie müssen eben nur aus runden oder tropfenförmigen Schnecken zusammengepuzzlet werden.

Die bisher sinnvollste Verwendung von „Einkauf aktuell“, die ich kenne. 😉 Allerdings ist die Falter- und Kleberei doch ziemlich aufwändig und durch die Trockenzeiten auch langwierig. Eher etwas für geübte Bastler mit viel Geduld (und ohne Angst vor klebrigen Fingerspitzen)… obwohl, wie man sieht, können auch ungeübte Ungeduldige wie ich zu brauchbaren Ergebnissen kommen!

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