Günstiges Kleinklima

Der Staudenhang macht Fortschritte, ist aber noch lange nicht fertig. Der Gemüsegarten wartet noch darauf, dass es wärmer wird. Das Frühbeet ist tatsächlich fertig geworden, aber die Zeit fehlt, darüber angemessen zu bloggen.

Also nur eine kurze Zwischenmeldung aus dem Garten – eine Erfolgsmeldung!

Als im letzten Jahr die Gartenmauer erneuert werden sollte, war ich davon ja nicht so begeistert. Die Notwendigkeit habe ich schon gesehen, denn durch Straßenbau und andere Gegebenheiten lag der Garten – inklusive Mauer – so weit unter dem Randstreifen, dass Gras und ungewollte Pflanzen immer über die Mauerkrone hinweg (!) in die Beete wucherten. Durch den Druck der Erde gegen die Mauer hatte sie auch sehr gelitten und bröselte schon an einigen Stellen vor sich hin. Außerdem war der Zaun kaputt und es macht natürlich wenig Sinn, den Zaun zu reparieren, das Fundament aber kaputt zu lassen. (Außerdem sah das Ganze auch schäbig aus, aber im Gegensatz zu meinem Liebsten kann ich darüber ja zur Not hinweg sehen.)

Aber die Mauer sollte halt nicht nur erneuert werden, sondern bei der Gelegenheit auch wesentlich höher werden. (Weil, wie gesagt, das Umgebungsniveau gestiegen war. Nur der Garten sinkt immer tiefer…) Und die Beete an dieser Randseite kriegten sowieso schon so wenig Licht, weil Hang, Nachbarhaus und doofe hohe Tannenbäume ab 16 Uhr die Sonne verdecken. Im Sommer. Im Winter wird’s schon um 14 Uhr duster, aber da wächst ja eh nicht so viel. Jeder Sonnenstrahl ist also kostbar und wenn die Wand noch höher ist, klaut sie ja auch mehr Licht. Ob da noch irgendetwas wachsen konnte?

Es musste aber wie gesagt geschehen. Zwar mit Unterbrechung (weswegen die neue Mauer auch schon wieder Moos ansetzt…), weil ja Schwiegermutterns Schönheitsrenovierungen soooo viel wichtiger waren, aber zumindest auf Höhe war die Mauer im Oktober. Sieht auch wirklich besser aus als vorher (trotz Teilanstrich und Moos). Aber sie ist halt da und nimmt Licht weg. Ach, versuchte ich mich zu trösten, die Mauer könnte ja vielleicht auch positive Effekte haben. Windschutz zum Beispiel. Und vielleicht würde sie ja auch die Sonnenwärme speichern und so noch Wärme spenden, wenn die Sonne schon längst hinterm Nachbarhaus verschwunden ist. Vielleicht würde das den Negativeffekt zumindest ein bisschen ausgleichen.

Und siehe da: So scheint es tatsächlich zu sein. Denn entlang der Mauer blühen tatsächlich schon die Osterglocken – die großen mit den langen Stielen!. (Hornveilchen und Primeln sowieso, aber die sind ja immer früh dran.) Das tun sie sonst nirgendwo im Garten (meine Osterglocken blühen normalerweise NIE zu Ostern), aber ausgerechnet im Schatten der Mauer leuchten sie schon.

Zum Vergleich: Narzissen vor der Mauer (mit unfertigem Fundament und Teilanstrich…) Direktes Licht nur am späten Vormittag und Mittag (Mauer steht südwestlich – westlich der Beete).

narzissen1

Narzissen an „normalem“ Standort im Garten (kriegt maximales Sonnenlicht, der Buchs steht nordöstlich)narzissen2Zwiebeln stammten alle aus der gleichen Tüte und wurden alle am selben Tag gesetzt.

Also: Klarer Standortvorteil!

Ob sich das verallgemeinern lässt oder nur speziell für Frühjahrsblüher gilt, bleibt natürlich noch abzuwarten. Aber die Osterglocken stimmen mich jedenfalls optimistisch.

Na, nun ist doch wieder ein längerer Beitrag draus geworden. Dann hätt ich auch das Frühbeet fotografieren können. Naja, nächstes Mal…

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