Im Kräuterwahn

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Und schon wieder ist (beinahe) ein Monat ohne Update vergangen. Die Gründe sind natürlich vielfältig, vielmehr vielblättrig. Zu allererst kam meine dritte Pflänzchenbestellung an. Die umfangreichste. Nur für einen Teil der Pflanzen war der Platz bereits vorbereitet, also musste ich jetzt mächtig ranklotzen, um die Kräuterspirale fertigzustellen. Währenddessen wuchs natürlich auch sonst alles munter, so dass nach dem Pflanzen erst einmal eine gründliche Jät-Session nötig war. Der Staudenhang wollte auch noch bearbeitet werden…

… naja, jedenfalls hatte ich keine Zeit zum Bloggen. Hab ich jetzt eigentlich auch nicht, aber jetzt habe ich Schuldgefühle gegenüber meiner imaginären Leserschar, also tu ich es trotzdem.

Also, die Kräuterspirale. Noch vor zwei Jahren hätte ich ja jeden ausgelacht, der mir vorgeschlagen hätte, eine solche anzulegen. Brauch ich doch nicht. Hab doch genug Platz im Garten! Aber wie das so ist: Mit den Möglichkeiten wachsen auch die Ansprüche. Letztes Jahr war das Beet, das sich Kräuter, Rosen und Stauden teilten, dann ganz klar zu klein. Und dann flatterte mir der böse, böse Rühlemann’s-Katalog ins Haus und weckte noch mehr Kräuterwünsche. Also musste mehr Platz geschaffen werden. Zum Einen eben durch das Anlegen des Staudenhangs, wodurch das Beet (bis auf einen Bienenstaudenstreifen am Rand) zum Kräuterbeet werden konnte. Und dann durch die Aufteilung in Küchenkräuterspirale (bzw. Serpentine) und Teekräuterbeet.

Anfang Mai sah die Kräuterserpentine so aus. Super! Jede Menge Platz für neue Kräuter!

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Dann lieferten DeaFlora und Rühlemann’s…

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… und dementsprechend ist die Kräuterserpentine schon fast wieder überfüllt.

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Es wachsen darin (von ganz unten, der Serpentinenform folgend bis ganz oben):
Petersilie, Schnittlauch, Winterkresse, Rapunzel, Sauerampfer, Lauch-Scheibenschötchen, Myrrhenkerbel, Taglilie, Gewürzfenchel, Winterheckenzwiebel, Waldengelwurz, Knoblauchsrauke, schottischer Liebstöckel, türkiser Schildampfer, Kümmel, Borretsch (hat sich wild ausgesät, aber bei den Kräutern steht er ja gut), Bronze-Perilla, Muskatgarbe, deutscher Estragon, Wildrauke, Kapuzinerkresse, wohlriechende Eberraute, Bergminze, Zitronenthymian, Muskatellersalbei, Schwarzkümmel, rotes Basilikum, römische Rasenkamille, Honigmelonensalbei und Bergbohnenkraut.

Ich habe dabei versucht, sowohl die Standortbedürfnisse der Kräuter als auch meine üblichen Mischkulturprinzipien zu befolgen, aber das war bei dieser Menge an Pflanzen gar nicht so einfach. Auf lange Sicht werden Taglilie und Rapunzel wohl noch mal umziehen, aber nicht während dieser trockenen Jahreszeit. Bei den ein- oder zweijährigen muss ich auch mal schauen, ob ihre Nachfolger wieder in dieser Kräuterserpentine landen oder anderswo. Wahrscheinlich werde ich noch eine zweite anlegen…

Mehr Platz haben da die Hecken- und Teekräuter, die nebenan im ehemaligen, äh, Chaosbeet gelandet sind.

Chaosbeet:
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in neuer Gestalt als Teekräuterbeet:
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Der Name Teekräuterbeet ist allerdings irreführend, denn dort finden sich auch Rosen sowie Heil- und Küchenkräuter (während sich in der Küchenkräuterserpentine ja auch durchaus Teekräuter befinden). Aber bei Kräutern kann man das ja eh nur selten trennen – fast alle haben irgendeine Heilwirkung und viele lassen sich sowohl als Gewürz als auch als Teekraut, teils sogar noch als Gemüse nutzen. Ich weiß aber jedenfalls, welchen Teil des Gartens ich meine, wenn ich vom Teekräuterbeet spreche – das muss reichen.

Die hinterste Reihe bilden weiterhin blühende Stauden – so ganz konnte ich sie doch nicht aus meinem Küchengarten verbannen. Davor wachsen Rosen und Szechuan-Pfeffer, davor Weinraute, verschiedene Lavendelsorten und Zitronenmelisse, davor Agastachen und Monarde (falls sich letztere je wieder von den Schnecken erholt), Eisenkraut, griechischer Bergtee und noch mehr Eberraute, und in der ersten Reihe Oregano, Currykraut, Olivenkraut, noch mehr Taglilie, Frauenminze und Mariengras. Ganz links sieht man verschiedenfarbige Ysopsträuchlein (also, im Moment sind sie natürlich alle gleich grün, aber sie blühen in verschiedenen Farben, wenn sie dann blühen). Die sollen eine Hecke als Abgrenzung zum Mergelweg bilden.

Ach ja, und dann ist da noch die Akelei. Die will ich zwar ganz sicher nicht im Tee verwenden, aber ich finde die Blüten einfach zu schön. Außerdem lockern sie das Ganze etwas auf, weil sie Höhe ins Beet bringen. Und Farbe. Und überhaupt!

Und damit sind nun schon drei Teile des Bauerngartens einigermaßen gezähmt (jedenfalls so weit, wie ich meinen Garten zähmen möchte). Der letzte hat noch Schonfrist, denn er ist von Walderdbeerpflanzen durchwuchert, die aufs Herrlichste blühen und fruchten. Die müssen natürlich geerntet werden, bevor ich da jätenderweise durchstapfe, ist doch klar. Auch wenn das heißt, dass die ganzen Pfefferminzen noch im Topf auf ihren Einsatz warten müssen. Denn wer sich fragt, wieso im Teekräuterbeet so gar keine Minze wächst, kriegt zur Antwort: Die kriegen ihr eigenes Beet. Bei den Walderdbeeren. Und allem, was da sonst noch so wächst und weiterwachsen darf, wenn ich fertig bin…

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