Petition: Keine Patente auf Pflanzen und Tiere!

Ich bin eigentlich kein Fan von Online-Petitionen. Das liegt nicht etwa daran, dass ich Petitionen nicht grundsätzlich für sinnvoll oder unterstützenswert halte, sondern an meiner gelegentlich auftretenden Spam-Paranoia. Wie oft habe ich in meiner unschuldigen Internet-Jugend irgendwelche Petitionen unterzeichnet und in Folge Unmengen unerwünschter E-mails erhalten – ob Werbung oder Hinweise auf die nächsten 50 Petitionen der Plattform, die mich überhaupt nicht interessieren! Nun halte ich aber diese Petition, an die ich über ProSpecieRara geraten bin, für so wichtig, dass ich sie doch unterzeichnet habe und auch noch mit anderen teilen möchte. Es geht darum, dass große Agrarkonzerne Patente auf Saatgutzüchtungen anmelden und sich damit die Möglichkeit eröffnen, die entsprechenden Sorten exklusiv verkaufen zu dürfen. Das klingt erst einmal uninteressant. Die meisten Leute kaufen ihr Saatgut ja im Pflanzenfachhandel, Baumarkt oder sonstwo – von welchem Anbieter das stammt, kann ihnen erst einmal egal sein. Dramatisch wird es, wenn man überlegt, dass nach einer Patentierung alle gezwungen sind, das Saatgut zu kaufen. Streng genommen könnte dann sogar die nette Nachbarin, die einem vielleicht ein bisschen Saatgut ihrer prächtigen Kürbisse abgibt, gegen das Patentrecht verstoßen. Ganz zu schweigen von Saatgutbörsen. Schwierig bis unmöglich könnte auch der legale Erhalt alter Sorten werden, deren Saatgut vielleicht als genetischer Vorfahre einer patentierten Sorte „geschützt“ wäre. Und richtig übel wird es dann in Regionen, wo die Landwirtschaft noch wesentlich grundlegender ist – hier sind die Menschen oft darauf angewiesen, ihr eigenes Saatgut vermehren und weitergeben zu dürfen. Bei Hybridsorten ist das schon heute nicht mehr möglich; bei patentierten Sorten wäre es dann auch noch verboten. Schon jetzt leiden in der so genannten dritten Welt viele Bauern unter der Einmischung durch internationale Agrarkonzerne. Eine Patentierung von Saatgut würde die Landwirtschaft solcher Regionen endgültig lähmen – und im verwöhnten Europa zumindest die Vielfalt in den Gärten schwer einschränken. Deshalb, wenn ihr Zeit habt und eure Spam-Paranoia überwinden könnt (oder da generell entspannter seid), schließt euch doch bitte der Erklärung von Bern an! Und/oder erzählt es weiter. Und/oder spendet sogar, wenn ihr ein bisschen Geld übrig habt. Jedes bisschen hilft, usw. Danke fürs Lesen!

PS: Ich verstehe durchaus, dass Agrarkonzerne Geld für ihre Forschungsarbeit sehen möchten. Und das ist ja an sich auch in Ordnung. Aber dann muss man eben in weniger elementaren Bereichen forschen. Vegane Düngemethoden oder nützlingsfreundliche chemische Schädlingsbekämpfung oder so.

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