Mit (Ver-)Laub!

laub01Walnussbäume sind schön, machen aber viel Arbeit – um ein Zitat von Karl Valentin abzuwandeln. Nachdem endlich alle Nüsse gesammelt und getrocknet waren (mit gewissen Verlusten, weil ich ein paar Kisten ein paar Tage vergessen habe *hüstel*. Sollte man nicht tun. Walnüsse, die noch nicht durchgetrocknet sind, schimmeln schneller, als man „Sagrotan“ sagen kann), ging die goldene Herbsteszeit auch schon in die Laubfallphase über.

Nun hat ein großer Walnussbaum viele, viele, VIELE Blätter. Und die sind auch noch ziemlich groß. Sie fallen über Tage hinweg immer wieder, so dass man mit dem Kehren kaum hinterher kommt. Dieses Jahr war uns immerhin das Wetter gnädig: Es war lange trocken, so dass man das Laub gut von der Straße kehren konnte. Meistens hat man ja das Pech, dass der übliche Herbstregen und die vorbeifahrenden Autos das Laub in eine klebrige, rutschige Masse verwandeln, die man kaum wegbekommt, aber auch nicht liegen lassen darf.

Das war also dieses Jahr anders. Wie jedes Jahr stellte sich aber die Frage: Wohin mit dem Laub? Einen Teil können wir natürlich immer unter der großen Fichte abladen, wo die zu Boden hängenden Zweige den Wind abhalten, so dass die Laubhaufen bleiben, wo sie sind. Dort ist dann Platz für Igel und Co.

Leider reicht der Platz aber nicht für das gesamte Laub. Der nächste Gedanke gilt dem Komposthaufen. Auch dort ist dem Laub aber eine Grenze gesetzt, denn durch den hohen Gerbsäuregehalt können Walnussblätter so einen Komposthaufen locker aus dem biologischen Gleichgewicht bringen. Es darf also nicht zu dickschichtig ausgebracht werden und sollte zudem noch mit einem Puffer versetzt werden, der die Säure etwas neutralisiert, etwa Gesteinsmehl oder wieder einmal die gute alte Holzasche. Das gleiche gilt für die Verwendung als Mulch im Beet.

Und dann? Dann war immer noch Laub übrig. (Natürlich nicht nur vom Walnussbaum, sondern auch von allen anderen Bäumen, die hier so wachsen.) Eine Laub-Kompost-Kiste musste her!

laub02Als Baumaterial boten sich die Äste an, die sowieso gerade beim Baumschnitt angefallen sind (jetzt müssen wir den Hächsler nicht mehr anwerfen…). Die Technik ist denkbar einfach: An den vier Ecken werden Pfähle eingeschlagen, die Stangen für die Seitenwände werden dann schön der Reihe nach herum gelegt. Halt kriegt das Ganze, indem zum einen die Stangenenden versetzt legt, also immer abwechselnd vor bzw. hinter den Eckpfahl, und zum anderen am Schluss noch ein zweiter Pfahl als Rutschsicherung in jede Ecke gesetzt wird.

laub03Hält nicht bis in alle Ewigkeit, aber hoffentlich länger, als das Laub zum Verrotten braucht. Damit das gelingt, muss natürlich wieder jede Laubschicht mit einem Neutralisator versetzt werden. Eigentlich sollte man das Laub auch noch vorher zerkleinern, aber dafür war zunächst keine Zeit – es musste erst einmal einfach nur aus dem Weg. Nun darf es ein bisschen sacken und dann schaue ich, ob ich es noch hächseln muss oder ob es unter Wind und Wetter von selbst zerbröselt.

„Leaf mould“, also halbverrottetes Laub, ist in England übrigens bei Gärtnern sehr beliebt. Es lässt sich genauso verwenden wie Torf, bietet aber den unschlagbaren Vorteil, dass es sozusagen allherbstlich nachwächst und dass dafür keine kostbaren Moore zerstört werden müssen. Man kann damit den Boden auflockern und verbessern oder es als düngende Mulchschicht verwenden (natürlich nicht an Rosen und anderen kalkliebenden Pflanzen, aber die sollte man auch nicht torfen). Also wieder einmal Recycling vom Feinsten!

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Der Nachteil ist, dass es mindestens bis übernächstes Jahr dauern dürfte, bis dieses Laub dafür weit genug zersetzt ist. Aber der Anfang ist gemacht. Als Gärtner muss man eben immer auch langfristig denken.

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