Das war das Gartenjahr 2015

Auch wenn dieses Jahresende allenfalls herbstlich, aber immer noch nicht winterlich daherkommt, weist der Kalender unbestechlich darauf hin, dass morgen ein neues Jahr anbricht. Ein guter Zeitpunkt also, um einen kleinen Rückblick auf das vergangene Jahr zu werfen.

Gartentechnisch stand dieses Jahr bei uns ganz klar im Zeichen des Umbruchs… und im Zeichen der Dachpfanne.

In der Scheune lagerten nämlich seit Jahren alte, flechtenbewachsene Dachpfannen. Keine richtig alten aus Ton, sondern 80er Jahre-alte aus Beton. Ziemlich schäbig, aber irgendwie doch zu schade zum Wegschmeißen. Für ein Dach hatten wir eigentlich gar keinen Bedarf, schon gar nicht in den Mengen, in denen sie in der Scheune gestapelt sind. Einen Teil verschenkten wir an die Nachbarn, die ihren Hühnerstall neu damit eindeckten. Trotzdem blieben noch Unmengen zurück. Diese durften „beliebig“ genutzt werden – für mich bedeutete das: im Garten.

Zuerst nutzte ich sie als Wurzelsperre bei den Himbeeren. Dann für die Kräuterserpentine. Dann für die Terrassierung des Staudenhangs. Im letzten Jahr war das noch eine kahle Rasenfläche, die wegen ihrer Abschüssigkeit elend schwierig zu mähen war. Im Lauf des Frühlings habe ich diesen Abhang also terrassiert und im Lauf des Sommers und Herbstes mauserte er  sich zu einem zunehmend bunten Staudenbeet. Mit dieser Neuerung bin ich sehr zufrieden. Auch die Schwiegermutter, die auf Anraten ihrer gärtnerisch autoritativen Freundin sonst Kotoneaster und niedrige Nadelgesträuche gepflanzt hätte, ist richtig glücklich mit meiner Alternativlösung.

fazit04

Während ich so am Staudenhang vor mich her buddelte und Dachpfannen einsetzte, ging mir plötzlich auf, dass ich mit den gleichen Dachpfannen (sie stapeln sich meterhoch und -breit) doch auch Projekte verwirklichen konnte, die ich mangels Material bisher in weiter Ferne verortet hatte: Das Anlegen eines Frühbeets… und der Rahmenbeete. Letztere machen nun ein separates Frühbeet eigentlich überflüssig…

fazit01

Die Optik des Nutzgartens ist nun zwar etwas gewöhnungsbedürftig (besonders in diesem kahlen, winterlichen Zustand), aber ich verspreche mit von den Rahmenbeeten einige wesentliche Vorteile. Der Gemüseanbau wird (hoffentlich) stark vereinfacht: Ich muss nicht mehr darauf achten, dass keine „feindlichen“ Kulturen in benachbarten Beeten wachsen, denn die Wurzeln wachsen ja nun weit genug voneinander getrennt. Auch das gezielte Aufwerten des Bodens mit Kompost und Gründünger wird leichter bzw. effektiver – wie bei Hochbeeten werden dadurch (hoffentlich) engere Pflanzabstände möglich. Die Beete werden etwas angehoben und bekommen mehr Licht, die Betonplatten werden zudem (hoffentlich) die Tageswärme länger speichern, was dem Wachstumsklima zugute kommt. Die Beete sind (hoffentlich) leichter zu pflegen, Schnecken sind leichter abzusammeln, und wenn ich vom Glück quasi persönlich geküsst bin, erschwert der raue Beton der Dachplatten neuen Schnecken die Zuwanderung ins Beet, besonders, wenn die Sonne ihn aufgeheizt hat. Im Zusammenspiel mit Kunststoffboxen oder anderen Abdeckungen lässt sich nun jedes einzelne Beet als Frühbeet nutzen. Und keiner trampelt mehr versehentlich ins Gemüse…

fazit03

Überhaupt hat sich der Nutzgarten wesentlich entwickelt. Ich mag immer noch die bunte Mischung aus Blühpflanzen, Gemüse und Kräutern, aber inzwischen ist doch wesentlich mehr Struktur hineingekommen, was – ich geb’s ja zu – den Anbau und die Ernte stark vereinfacht. Die Blühstreifen an den Rändern und rund ums Wegkreuz sorgen dafür, dass es weiterhin genug Futter für Bienen und Co gibt. Auch Kröten und Blindschleichen wurden nach wie vor im Garten gesichtet (leider auch Wühlmäuse…). Trotz Struktur bleibt es also wild!

Wenigstens im Garten bin ich also mit den bisherigen Ergebnissen recht zufrieden und sehr optimistisch, dass die viele Arbeit des alten Jahrs im neuen Jahr Früchte trägt. Natürlich gibt es auch schon wieder neue Gartenpläne für 2016, die ich (hoffentlich) in den kommenden Wochen vorstellen und in den kommenden Monaten umsetzen kann. Es wird eben nie langweilig!

Allen Gartenbegeisterten (und auch allen anderen) wünsche ich nun einen guten Rutsch ins neue Jahr! Man liest sich 2016…

Advertisements

2 Antworten zu “Das war das Gartenjahr 2015

    • Vielen Dank! So geht es mir auch immer, wenn ich lese, was andere Leute tolles in ihren Gärten machen. Da kribbelt es schon in den Fingern…
      Liebe Grüße zurück!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s