Gartenpläne für 2016 – Teil 2

Heute: Die Terrasse.

Unser Wohngebäude besteht aus Haus und ehemaligem Stall (seit den 1980ern Mieterwohnung), die rechtwinklig ineinander übergehen. Zur Straße hin ergibt sich dadurch eine ebene quadratische Fläche, die als Terrasse aufbereitet wurde (d.h. sie ist gepflastert und von einer bauchnabelhohen Mauer umgeben).

Dort stehen ein Strandkorb, der Sandkasten der Kinder, der Grill sowie all die wärmeliebenden Kübelpflanzen, die entweder einjährig sind oder im Winter frostfrei stehen müssen. Die Terrasse liegt nach Südosten, was natürlich nicht so ideal ist wie Südwesten, aber durch die vielen Backsteine am Boden und an der Ex-Stall-Wand ist sie immerhin sehr lange warm.

Wenn der Winter vorbei ist, kommen also all die Blumentöpfe, Kübel und Ampeln auf die Terrasse. Aus purer Liebhaberei pflege ich ein paar Exoten wie ein winziges Baumwollsträuchlein, eine mittlerweile gar nicht mehr so winzige Bananenstaude, einen Lorbeer, einen Avocadostrauch, eine Ananas und andere Gewächse, von denen ich wohl nie etwas ernten werde (abgesehen vom Lorbeer natürlich) – obwohl, wer weiß, wo der Klimawandel uns noch hinbringt…

Und dann sind da natürlich die Tomaten. Rückblickend hat meine Leidenschaft für das eigene Gemüse, vor allem aber für die Saatgutzucht wohl mit den Tomaten angefangen. Deshalb liegen sie mir am Herzen – und machen mir das Leben schwer. Bislang hatte ich nämlich keinen besonderen Erfolg mit dem Tomatenanbau.

Das heißt, die Pflanzen wachsen eigentlich immer ganz gut! Aber in den vergangenen Jahren haben sie zwar gut geblüht und Früchte angesetzt, doch da es hier im Hochsommer und Frühherbst immer einige sehr nasse Wochen gibt, blieben die Pilzkrankheiten und die geplatzten Früchte nie aus. Letztes Jahr habe ich dann mit einem – zugegebenermaßen sehr billigen und entsprechend minderwertigen – Folienschrank versucht, den Regen abzuhalten.

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Kleinkind nicht im Lieferumfang enthalten.

Das hat’s aber auch nicht gebracht. Zwar kam es tatsächlich zu keinem einzigen Fall von Braunfäule, aber dafür haben die Tomatenpflanzen kaum geblüht und entsprechend wenig getragen. Von 10 Pflanzen habe ich insgesamt (!) sieben Tomaten geerntet. Jawohl: Sieben! Ich weiß nicht sicher, woran es lag. Der Schrank war im Sommer offen (so dass Wind bzw. Insekten zur Bestäubung problemlos hineinkonnten), aber es gab ja nicht mal was zu bestäuben! Mein unbestätigter Verdacht ist, dass es am Lichtmangel lag. Trotz offener „Tür“ war die Folie oftmals beschlagen, und da die Terrasse ja ohnehin nur bis zum frühen Nachmittag Sonne abbekommt, hat das diffuse Licht den Pflanzen vorgegaukelt, es wäre noch zu früh bzw. schon zu spät im Jahr, um noch Kraft in viele Blüten zu investieren. Die Blüten sind nicht abgefallen oder abgefault, sie waren einfach nicht da.

Naja, und die Herbstwinde haben dann auch ausgereicht, um das billige Alugestänge zu verbiegen und einige der Plastikverbindungsstücke zu zerbrechen, so dass sich der Folienschrank eh nicht noch einmal einsetzen lässt. Dieses Jahr werde ich einen eigenen Tomatenschrank aus Dachlatten und robuster Folie bauen. Das Design steht noch nicht, aber ich versuche ihn natürlich so zu gestalten, dass mehr Licht hineinkommt…

Den werde ich dann nutzen, um das restliche Saatgut „empfindlicher“ Sorten aufzubrauchen, das ich noch habe. Da ich kunterbunte und skurril geformte Tomaten liebe, sind das so unterschiedliche Sorten wie Green Zebra, Reisetomate, Ananas, Berner Rose und Black Plum. Alles wunderschöne Früchte, aber eben nicht besonders regentolerant. Deshalb also überdacht – aber hoffentlich besser durchdacht. (Haha.)

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Hier wäre Platz für mehr Blüten gewesen…

Parallel dazu versuche ich es mit einigen ausgewiesenen Freilandtomaten, von echten Wildtomaten (die werden ja wohl Regen vertragen?), Kreuzungen mit Wildtomaten (Indigo Rose und Oranzhevaja Slivka) bis zur Freilandzüchtung „Rote Zora“. Mal sehen, ob ich damit endlich wieder mehr Erfolg haben werde.

Auf lange Sicht möchte ich ein „richtiges“ Gewächshaus haben, aber dafür ist in diesem Jahr weder Platz noch Zeit noch Geld. Deshalb stümpere ich vorläufig weiter auf der Terrasse herum.

Vielleicht komme ich ja auch mal dazu, den Strandkorb zu restaurieren. Er war ohnehin schon sehr zerschlissen, und dann haben die Katzen den Bezug noch als Kratzbaum benutzt…

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2 Antworten zu “Gartenpläne für 2016 – Teil 2

  1. Da sind wir Schwestern im Geiste. Hier SW-Lage. Im selbst gebauten Folienzelt kaum Blüten, keine Braunfäule aber dafür Eulenbefall. Im Freiland auch bei dafür ausgewiesenen Sorten Braunfäule an kiloweise Früchten – damit man sich so richtig ärgert. Jedes Jahr nehme ich mir vor, nie wieder Tomaten ohne richtiges Gewächshaus anzubauen und doch …
    Ach: Wildtomaten waren bei mir sehr gut, die haben wirklich spät die Braunfäule bekommen. Bis dahin haben sie sich wacker geschlagen und richtig gut geschmeckt. Liebe Grüße!

    • Tröstlich, dass ich nicht die einzige bin! Meine einzige Freilandpflanze hat im letzten Jahr irre viele Früchte angesetzt… und dann (natürlich lang vor dem Abreifen!) die Braufäule erwischt. Alles dahin. Man könnte heulen.
      Dann hoffe ich mal, dass die Wildtomaten sich bei mir auch so wacker schlagen. Liebe Grüße zurück!

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