Gartenpläne für 2016 – Teil 3

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Hecken und Zäune.

Hecken sind schön, Hecken sind nützlich, und Hecken können diejenigen Zeitgenossen abhalten, die ein eher flexibles Verhältnis zu anderer Leute Eigentum haben und fröhlich ihre Hunde auf fremden Weiden kacken lassen, auf dem Weg zum Waldspaziergang ihr Auto auf unserem Grundstück abstellen, unsere Walnüsse aufklauben oder ihre Frühlingssträuße aus unseren Narzissen und Magnolienzweigen zusammenstellen. Und davon gibt es leider viele.

(Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Ich teile grundsätzlich gern. Wir haben regelmäßig mehr Walnüsse, als wir selber brauchen, und auf einen Magnolienzweig mehr oder weniger kommt es nicht an. Aber: Ich möchte gefragt werden! Und dafür möchte ich mich nicht rechtfertigen müssen! Und dass freilaufende Hunde unseren Katzen nachstellen, unsere Kinder „freundlich“ anspringen oder unsere Weide vollkacken, ist ein Unding! Nur, weil hier „Natur“ ist, heißt das nicht, dass alles erlaubt ist und dass man ein Recht darauf hat, sich daneben zu benehmen!)

Ahem. Augenblick, mein Blutdruck geht gleich wieder runter…

Um also die naturbelassenen Bereiche unseres Grundstücks vor allzu freigiebiger Nutzung durch Leute zu bewahren, die ihrerseits pampig werden, wenn man sie freundlich darauf hinweist, dass sie da übrigens gerade auf Privatbesitz herumstapfen, sind an einigen Stellen Hecken geplant. Hecken sind freundlicher als Stacheldrahtzäune…

Verwenden möchte ich dazu zum einen die Sämlinge von Hainbuchen, Ilex, Weißdorn Weide und Haselnuss, die sich ständig in unseren Beeten finden und dort weichen müssen – Herr Eifgental hat immer ein schlechtes Gewissen, wenn Bäume „getötet“ werden, aber im Gemüsebeet kann ich nun mal keine Bäumchen brauchen. Also ab in die Hecke. Damit habe ich im letzten Jahr schon angefangen, aber leider wurden die meisten Baby-Bäumchen dann von Spaziergängern, Reitern und Gassigehern niedergetrampelt. Herr Eifgental unterstellt Absicht, ich gehe eher davon aus, dass die Leute die kleinen Gewächse einfach gar nicht wahrgenommen haben.

Also kommen nun noch größere, vorgezogene Jungsträucher dazu, um die Position zu markieren und in einigen Jahren Blüten und Wildfrüchte für Mensch und Tier zu tragen: Kornelkirsche, Berberitze, Heckenrose und Schwarzdorn. Ich hoffe mal, dass ich wenigstens einen Teil der Beeren dann auch selber ernten kann.

Die Hecken sollen also gleich mehrfachen Nutzen haben: Sie sollen eine klare Grenze zwischen „hier darf jeder rumtrampeln“ und „hier aber nicht“ zeigen und mit ihren Dornen und Stacheln Grenzüberschreiter entmutigen; sie sollen Vögeln, Insekten und anderen Kleintieren einen gewissen Schutz und auch Nahrung bieten; sie sollen hübsch aussehen; und dann möchte ich noch von ihren Früchten und ihrem Rückschnitt (für den Ofen oder auch für Sträuße und Kränze) profitieren.

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Geplant ist das beispielsweise hier am Straßenrand, wo die „Straßenpflege“ der Stadt im Herbst eine riesige Hundekack-Freifläche gerissen hat (übrigens auch meterweit von der Straße entfernt, wo nun wirklich kein Ast mehr in den Weg ragen oder fallen konnte, und der Sauerkirschbaum hat im letzten Jahr erstmals Früchte getragen, ich reg mich schon wieder auf). Oder neben der Lamaweide, wo der Zaun beim Erneuern fast einen Meter nach innen gewandert ist. Den Lamas ist das egal, aber wer weiß, ob uns dieser Meter nicht doch mal fehlen wird? 😉

Einen Vorteil hatte das Wüten der städtischen Motorsägen immerhin: jede Menge Material für Flechtzäune. Dieselben sollen dann als Sichtschutz vor den Bienenvölkern und an Schwiegermutterns Terrasse dienen. Im letzten Jahr wurden mir die Honigräume ausgeräumt – es handelt sich also nicht NUR um Paranoia. Die alte Sichtschutzwand neben der Terrasse wiederum wurde im letzten Herbst vom Sturm zerlegt. Sie stand ohnehin an einer blöden Stelle (also, was unsere gärtnerischen Pläne angeht), aber momentan kann man von der Straße direkt auf die Terrasse gucken, was Schwiegermuttern verständlicherweise auch nicht mag. Nun kommt an eine besser geeignete Stelle ein hoher Flechtzaun.

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Hier sieht man noch die Reste vom Sichtschutzrahmen. Der neue Zaun kommt stattdessen in etwa dahin, wo der Rückschnitt vom Kirschlorbeer ins Bild ragt – der dient momentan als Sichtschutz-Provisorium. Auf der Brache dazwischen soll dann ein Waldbeet entstehen. Aber dazu werde ich sicher nicht vor dem Herbst kommen. Der Rest dagegen soll noch diesen Monat in Angriff genommen werden.

A propos Kirschlorbeer: Ich mag ihn ja nicht, aber unsere Vorgänger haben ihn nun einmal gepflanzt. Und ganz so böse und steril, wie er oft gemacht wird, ist er nun auch wieder nicht. WENN er blüht, was zugegebenermaßen nicht jedes Jahr der Fall ist, verströmen die Blüten einen intensiven Honigduft und versüßen Unmengen von Hummeln den Frühlingsanfang. Dadurch hat der Kirschlorbeer sich in meinen Augen rehabilitiert und darf bleiben. Auch wenn ich seine harten, gelackten Blätter immer noch scheußlich finde.

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Eine Antwort zu “Gartenpläne für 2016 – Teil 3

  1. Jetzt musste ich doch nachträglich mal schauen, was es mit der Hecke auf sich hat!! Gut gemacht…da geht mir als Leser sogar der Hut hoch…
    Liebe Grüße
    Sabine

    Bin gespannt, wie sie im Sommer aussieht

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