Nachwuchs beim Lauch

In den neun Jahren, in denen ich mich nun mit dem Gemüseanbau beschäftige, habe ich NIE Glück mit der Aussaat von Porree gehabt. NIE. Egal, wie liebevoll ich den Boden vorbereitet und Kompost gesiebt habe, er ist einfach nicht gekeimt. Vorletztes Jahr hatte ich dann die Nase voll und habe im Winter einjährigen Porree gepflanzt. Und zwar, indem ich immer, wenn ich winters in der Küche (zwangsläufig gekauften) Porree verwendet habe, die unteren 15 cm (inklusive Wurzelwerk natürlich) nicht zerschnibbelt, sondern raus ins Beet gesetzt habe. Lauch ist ja ziemlich frosthart. Weil er schon ein Jahr alt war, ist er in seinem zweiten Frühsommer dann natürlich nach und nach in Blüte gegangen. Porreeblüten sind wirklich schön, Zierlauch wird total überbewertet.

lauch03

Für die Küche ernten kann man blühenden Lauch natürlich nicht mehr, aber mein eigentliches Ziel war sowieso die Gewinnung von Porree-Steckzwiebeln. Wie andere Zwiebelarten auch kann Porree sich auf zwei Arten vermehren: generativ, also über die Sache mit den Bienchen und den Blümchen, und vegetativ über die Bildung von Brutzwiebeln. Letzteres tut Porree besonders dann, wenn er keine Samen ausbilden kann, z.B. weil böswillige Gärtnerinnen die schönen langen Blütenstängel abschneiden und in die Blumenvase stellen. Ein paar Porreestängel blieben aber auch im Beet, weil sie wie gesagt wirklich hübsch aussehen und diverse Insekten offenbar total auf Nektar mit Lauchgeruch stehen. Diese Lauchstangen verblühten dann naturgemäß und bildeten dementsprechend auch Samen aus, die ich aber nicht geerntet habe. Schließlich hatte ich mit Porreesaatgut noch nie Glück, was soll ich mir da die Arbeit mit dem Trocknen, Dreschen und Reinigen machen? Auch die kleinen Brutporrees, die sich tatsächlich bildeten, habe ich nicht geerntet. Da die Originalpflanzen winterhart waren, würden es die Klone ja wohl auch sein. Also ließ ich sie einfach den Winter über im Beet. Da aber nun demnächst ja doch mal die Aussaat losgehen soll, mussten die inzwischen schon ganz ordentlichen Jung-Porrees im Rahmen der Fruchtfolge nun doch mal ins diesjährige Porree-und-Pastinakenbeet umsiedeln.

lauch01

Und was finde ich? Das ist eine weitestgehend zerfallene Porreeblüte aus dem Vorjahr. Man beachte die niedlichen kleinen grünen Halme, die hinauswachsen. Genau, das sind Porree-Keimlinge. Aus den Samen, die sich letztes Jahr an der Blüte gebildet haben. Die dann einfach mit der Blüte zu Boden gingen und dort lieblos und unbedeckt auf dem kalten Boden lagen. Man könnte meinen, Porree mag es nicht, wenn man sich um ihn bemüht. Porree möchte vernachlässigt werden…

Ich fühle mich jedenfalls ein bisschen veräppelt – wieso klappt das jetzt auf einmal?! – werde mich aber nicht beschweren. Schließlich bin ich jetzt überraschend an ganz viele klitzekleine Porreepflänzchen gekommen. Wenn sie denn das Pikieren und Umpflanzen überleben…

lauch02

Ja, und das mit den Porreesteckzwiebeln hat auch funktioniert. Das trockene braune in der Mitte ist der alte gekappte Porreestängel; drumherum sieht man seine entzückenden kleinen Klone.

Also noch ein dankbares Wintergemüse, das man am besten einfach mal selber machen lässt und allenfalls gelegentlich umsiedelt. Ist ja eigentlich schön, aber ich kann mir nicht helfen, ich ärger mich, dass das gezielte Aussäen nie funktioniert hat. Denn wie man sieht, ist Porreesaatgut doch eigentlich sehr pflegeleicht. Püh!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s