Komische Vorstellungen…

… von einem herrlichen Nachmittag habe ich. So im Vergleich zu „normalen“ Leuten. Glaub ich.

Wir waren heute Nachmittag auf der Kirmes. Der gesellschaftliche Höhepunkt des Frühjahres. Es war voll, es war laut, es war heiß. Es gab entweder Kitsch oder überteuerte Süßigkeiten zu kaufen. Alles amüsierte sich und war dabei unglaublich cool. Man schoss Selfies, brüllte sich quer über den Platz zu, ob alles fit sei, bestätigte sich gegenseitig, dass man alle wichtigen Leute kennt und dass man „in“ ist.

Pausenlos dachte ich: Woah, ist das gräßlich.

Auf dem Heimweg sah ich, dass die Lamaweide verwaist war, die Lamas und Ponies sind wohl wieder auf die andere Weide umgesiedelt. Also ging ich mit zwei Eimern bewaffnet los und sammelte die zurückgelassenen Pferdeäpfel und Lamaköttel ein. Eimerweise wunderbarer Dung. Musste mehrfach gehen, weil’s so viel war (die Weide ist zu unwegsam für Schubkarren). Und wie ich so versonnen im Mist wühlte, dachte ich mir…

Woah, ist das schön.

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Pommes de cheval mit Lamaerbsen, garniert mit Buchenblüten. Bon appetit!

Fairerweise muss ich allerdings noch sagen, dass der Misthaufen ja nur der Anblick am Boden war. Wenn man den Blick dann hebt, versteht man vielleicht ein bisschen besser, was so schön war…

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Luxusweide mit fließend Wasser und mehreren Stockwerken.

Bei solchen Gelegenheiten wissen wir dann wieder ganz genau, warum wir uns die ganze Arbeit und die Kosten, die mit diesem alten Hof verbunden sind, antun. Weil’s das wert ist.

(Während die anderthalb Stunden Kirmes ganz klar Mist waren. ;))

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5 Antworten zu “Komische Vorstellungen…

  1. Es ist immer gut, Mist von Mist unterscheiden zu können!
    Und ich kann die Gedanken sehr gut nachvollziehen, heute habe ich z.B. einen wunderschönen Muttertag gehabt und stundenlang in Erde und Mist gewühlt – UN-GE-STÖRT. Keine toten Blumen im Strauß, keine Kaffeetafel, keine chicen Klamotten, einfach nur wühlen. Herrlich.
    Liebe Grüße

    • Hört sich an wie ein Muttertag nach meinem Geschmack. 🙂 Ich hab auch wieder im Kompost gewühlt, leider nicht ungestört, weil unsere hochwerten Vorgänger dort Bauschutt „versteckt“ haben. Aber das wird sicher noch seinen eigenen Eintrag kriegen…
      Lieben Gruß zurück!
      Christiane

  2. Hallo Christiane,
    Mion hier aus dem Unkrautgarten.
    Schön hast du es hier.
    Du lebst wirklich wunderbar. Solangsam glaube ich, sollte ich auf das Land ziehen…
    Aber was wird dann aus meiner Mission Natur zurück in die Stadt zu bringen?!
    Grüne Grüße
    MION

    • Hallo Mion,
      vielen Dank für die lieben Worte!
      Solange du an deiner Mission Freude hast (also nicht verzweifelst), wäre es doch schade, wenn du sie aufgibst. Insbesondere auch für die Stadt und deine Mitmenschen, denen dein Stück Natur ja auch gut tut. „Hier draußen“ bin ich natürlich eher egoistisch, auch wenn ich natürlich immer hoffe, dass sich vielleicht ein, zwei Spaziergänger inspiriert fühlen, statt Kirschlorbeer eine Wildfrüchtehecke anzulegen, ein paar Bienenpflanzen wachsen zu lassen oder es mal mit Mischkultur zu probieren. Aber aktiv anderen Leuten Natur näher bringen, das tue ich (noch?) nicht.
      Deshalb viel Erfolg und Durchhaltevermögen mit deinem städtischen Unkrautgarten!
      Lieben Gruß,
      Christiane

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