Ungebetene Gäste

Da schwätzte eine Moderatorin im Lokalradio heute morgen doch glatt: „Bisschen weniger Regen und mehr Sonne wär schon gut…“ Dabei war der Regen so dringend nötig! Anders sieht das natürlich in Gegenden aus, in denen der Regen so stark fiel, dass es zu Überschwemmungen oder anderen Katastrophen gekommen ist. (Was aber teilweise sicher auch an der langen Trockenheit liegt.) Aber hier war es wirklich lange sonnig und trocken.

Dementsprechend gab es im Garten viel zu tun – von der Bewässerung bis zur Neuaussaat all der Pflanzen, deren zarte Keime im Garten vertrocknet (ups) oder aufgefressen (grrr) wurden. Denn wie das so ist: Was dem Menschen schmeckt, mögen auch die Tiere. Besonders die Schnecken sind natürlich ein altvertrauter Gärtnerfeind. Auch in den Rahmenbeeten sind sie mir erhalten geblieben – ob sie (bzw. die Eier, aus denen sie geschlüpft sind) noch in der Erde waren oder nach wie vor von außen hineinwandern, unbeeindruckt von der rauhen Betonoberfläche der Ziegel, weiß ich noch nicht. Von meinen liebevoll aufgezogenen Kürbis- und Gurkenpflänzchen sind bis auf die Ölzucchini alle so schwer beschädigt, dass ich um ihr Überleben fürchte. Auch im Salat haben die schleimigen Mistviecher gewütet und von den Andenlupinen stehen nur noch Strünke. Die Kröten und der Igel werden der Schnecken offensichtlich nicht Herr. Irgendwann werde ich mir wohl doch Enten zulegen. Nicht, um sie im Garten auf Patrouille zu schicken, aber um die abgesammelten Schnecken direkt zu verfüttern…

Natürlich sind die Schnecken nicht die einzige Plage.

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Calendula mag wohl gegen Nematoden helfen, aber gegen Wühlmaus ist sie machtlos…

Als ich die Rahmenbeete angelegt habe, hatte ich kein Drahtgeflecht. Und keine Geduld, um mir erst welches zu besorgen. Dementsprechend können die Wühlmäuse weiterhin problemlos reinkommen, und das tun sie auch. Junge Erbsen und Bohnenpflanzen sind offenbar besonders lecker, denn die verschwinden im Moment „am Stück“. Im Herbst werde ich also alles noch einmal ausbuddeln und mit Drahtkäfigen sichern. Bis dahin versuche ich, den Biestern mit stark riechendem Substanzen – vermoderndem Holunderlaub, Brennnesseljauche und Knoblauch – wenigstens ein bisschen beizukommen.

Die kreuzblättrige Wolfsmilch, die manch alter Gärtner als Wühlmausvertreiber empfiehlt, nutzt jedenfalls gar nichts. Wer genau hinschaut, entdeckt ein junges Pflänzchen dieser Spezies direkt links oberhalb dem Mäuseausgang. In einem anderen Beet liegt die Mausehöhle auch direkt unterhalb einer ausgewachsenen Wolfsmilch. Mythos zerstört…

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Wenn Ameisen ihre Liebe zu Saubohnen entdecken, ist das kein gutes Zeichen.

Und dann wäre da noch ein – bislang zum Glück nur leichter – Befall mit schwarzen Bohnenblattläusen (hier unter den melkenden Ameisen versteckt) an den Dicken Bohnen. Selbige habe ich schon im Februar gesteckt, weil es heißt, dass sie dann „den Läusen davonwachsen“. Das scheint immerhin zu klappen, denn obwohl die Läuse da sind und Fraßspuren an den Blättern hinterlassen, wachsen die Dicken Bohnen kräftig weiter. Solange es also nicht schlimmer wird, rege ich mich darüber nicht weiter auf. Die verdammten Wühlmäuse hingegen… (selbst schuld, ich weiß!)

Um aber nicht nur zu jammern, beende ich diesen Eintrag mit einem netten Eindringling. Die Knoblauchsrauke, die sich vom Wegrand her in den Garten geschlichen hat, dulde ich im gewissen Rahmen, denn im Salat und im Quark ist sie ja ganz appetitlich. In diesem Jahr dankt sie es mir mit ein paar besonders attraktiven Exemplaren:

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Apart, apart!

Panaschierte Knoblauchsrauke! Die macht doch was her. Deshalb dürfen diese ausgefallenen Pflänzchen in diesem Jahr auch aussamen. Die herkömmlichen, einheitlich grünen werden hingegen durch Frischverzehr aus dem Genpool entfernt. Wer weiß, vielleicht wird diese Form der Knoblauchsrauke noch zum neuen Gartentrend… 😉

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