Kürbislasagne

Wie bitte? Ein Kürbisrezept im Sommer? Total widernatürlich!

Könnte man meinen (würde ich normalerweise wahrscheinlich auch sagen). Doch ausgeklügelte Tests* haben ergeben, dass im November eingelagerte Hokkaidô-Kürbisse tatsächlich bis in den Frühsommer hinein halten können. Jetzt hatte der allerletzte Kürbis allerdings eine Druckstelle entwickelt, deswegen hielt ich es für angebracht, den Test* abzubrechen. Angesichts der aktuellen Regenschwemme konnte man guten Gewissens ein reichhaltiges, herbstliches Gericht vertragen (auch wenn die Temperaturen dazu nicht passten).

Also gab es mitten im Juni…

Kürbislasagne

  • 1 mild-nussiger Kürbis mit essbarer Schale (ich nehme am liebsten Butternut, aber jetzt hatte ich nun mal einen Hokkaidô, der wegwollte)
  • 200g Champignons
  • 1 rote Zwiebel
  • 2-3 reichliche Handvoll Blattgemüse (Guten Heinrich nehme ich sonst, der war mir aber jetzt noch nicht üppig genug, deshalb habe ich jetzt Rauke genommen; Blattspinat oder Melde sind natürlich auch denkbar)
  • ca. 1/2 Paket Butter
  • 2-3 EL Mehl
  • 500 ml Milch
  • 1 Tasse Gemüsebrühe
  • 150g Ziegenfrischkäse
  • Lasagneblätter nach Bedarf (fertig oder selbstgemacht)
  • Paniermehl/ Semmelbrösel/ Brosamen nach Bedarf
  • Salz, Muskatnuss, weißer Pfeffer, Paprika edelsüß zum Abschmecken
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Lasagne kriege ich einfach nicht sexy inszeniert, irgendwie sieht sie immer matschig aus.

Backofen auf 180°C vorheizen.

Champignons putzen und in Scheiben schneiden, dann in Butter anbraten. Um nicht so viel Spül zu haben, mache ich das schon in dem Topf, in dem ich später die Mehlschwitze kochen möchte – ich bilde mir ein, dass das der Sauce ein schönes Zusatzaroma gibt. Dafür brate ich die Champignons liebevoll immer nur in einer Schicht ab, so dass jede einzelne Scheibe diesen wunderbaren frisch-in-Butter-gebratenen Geschmack bekommt. Hmmmm. Dauert etwas länger, ist es aber wert!

Die fertig gebratenen Champignons kommen dann erst einmal an die Seite. Die restliche Butter in den Topf geben, schmelzen lassen und mit 2 EL Mehl verquirlen, dann die Milch aufgießen und schön weiterquirlen, bis die Masse zäher wird. Vom Feuer nehmen und 100g Ziegenfrischkäse einrühren. 1 Prise Muskatnuss und Pfeffer dazugeben. Ein bisschen ziehen lassen. Wenn nötig, mit dem übrigen Mehl weiter andicken oder mit etwas Gemüsebrühe verdünnen.

Die Zwiebel würfeln und in etwas Butter andünsten. In der Zwischenzeit den Kürbis waschen, zerteilen, die Kerne entfernen und grob würfeln. Die Kürbiswürfel zu den Zwiebeln geben, kurz anbraten und dann mit Gemüsebrühe ablöschen. Zugedeckt köcheln lassen, bis der Kürbis ganz weich ist. Mit Salz und Paprikapulver würzen. Das Spinatgemüse gründlich säubern.

Eine Auflaufform buttern und den Boden mit einer dünnen Schicht Ziegenfrischkäsemehlschwitze bedecken. Dann die erste Schicht Lasagneblätter verteilen. Darauf 1 Schicht Champignons, gefolgt von Sauce. Darauf 1 Schicht Lasagnebätter, 1 Schicht Kürbisragout, 1 Schicht Spinatgemüse, Lasagneblätter. Wiederholen, bis alles verbraucht ist. Die oberste Schicht sollte Ziegenfrischkäse-Sauce sein. Darauf werden nun die restlichen 50g Ziegenfrischkäse in Flocken verteilt und das Ganze dünn mit Paniermehl bestreut. Ab in den Ofen und ca. 30-40 Minuten abbacken. Wenn die Pastaplatten weich sind und die Brosamenkruste knusperbraun aussieht, ist es gut.

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Liebe Grüße vom Herbst 2015!

Stopft und macht gut satt, aber man schlachtet ja auch nicht alle Tage einen Kürbis. Schon gar nicht im Juni. 😉 Abgesehen von der Druckstelle war der Kürbis aber noch einwandfrei und schmeckte genau richtig, nur die Kerne saßen schon sehr zäh im Fleisch und waren etwas mühsamer zu entfernen, als das bei frischeren Hokkaidôs der Fall ist. Damit hat diese Kürbissorte ihre hohe Lagerbarkeit eindrucksvoll bewiesen und wird bei uns im nächsten Herbst in größeren Mengen bevorratet!

* Ein Kürbis hatte sich im Vorratsraum ganz hinten im Regal versteckt, wo ich ihn erst letzte Woche wieder entdeckt habe…

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2 Antworten zu “Kürbislasagne

  1. Glückwunsch, dank ausgeklügeltem Vorratshaltungssystem hat Dein Hokkaido sogar noch länger gehalten als meine. 😀 Die letzten musste ich am 26.5 schlachten, ich habe sie im Ofen gebacken und eingefroren – könnte sie also für diese Lasagne reaktivieren. Dank opulenter Schichten könnte das sogar dem Gatten gefallen. Ich glaub‘ ich teste das einfach mal!

    • *lach* Normalerweise hätte ich mich nie getraut, den Kürbis so lange aufzubewahren – die übrigen haben wir schon im Februar verspeist. Jetzt, wo ich weiß, dass die viel länger halten, eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten! 😀 Dann hoffe ich, es schmeckt euch!

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