Wühlmaus-Bekämpfung

In diesem Jahr jammere ich ständig über die Wühlmäuse, ich weiß. Ich hoff ja selber, dass ich damit bald aufhören kann. So schlimm war’s jedenfalls noch nie. Die Schuld für die gegenwärtige Misere gebe ich übrigens zu einem Großteil dem Mann und der Schwiegermutter. Jawohl, es muss einmal so hart gesagt werden. Um nämlich die Wiesenfläche um Schwiegermutterns Terrasse vor unerwünschten Erdarbeiten zu schützen, wurden dort Maulwurfvertreiber aufgestellt, diese kleinen, solarbetriebenen Geräte, die angeblich oder realiter durch ihre Vibrationen Maulwürfe und auch Wühlmäuse vergrätzen sollen. Wenn das aber funktioniert, wohin weichen die Vertriebenen dann aus? Richtig, auf die andere Seite des Hauses, in den Gemüsegarten. Die Wiese wird nicht mal als Bolzplatz, geschweige denn zum Golfen genutzt, ein paar Löcher und Hügel wären also total egal. Aber nei-in, die Wiese muss ja gepflegt aussehen. Der Küchengarten bringt ja eh nix…?

Schwamm drüber.

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Was die Wühlmäuse nicht genommen haben, haben die Schnecken vernichtet.

Dass Wolfsmilch die Wühlmäuse offensichtlich gar nicht beeindruckt, habe ich ja schon im Frühjahr dokumentiert. Auch die klassische Variante mit den leeren Flaschen, die man in die Gänge setzt, zeigte nicht (mehr?) den gewünschten Erfolg. Entweder funktioniert das sowieso nicht, oder es hat eben hier mangels Wind oder aufgrund des Regens, der den Klangkörper füllte, nicht funktioniert, weiß der Geier. Der Nachbar erzählte, er habe gelesen, man solle Eisenstangen in den Boden schlagen und die Flaschen darauf stülpen, so dass der Wind unten am Flaschenhals entlangstreicht (aber der Regen die Flaschen nicht füllen kann, weil verkehrt herum); über die Eisenstange wiederum übertrage sich die Vibration dann in den Boden, also quasi wie die Solar-Wühlmausvertreiber aus dem Baumarkt, nur mit Windkraft und in Eigenbau. Er testet das nebenan. Ich bin derweil zur biologischen Kriegsführung übergegangen.

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Dies ist das Unterfell eines halben ausgewachsenen Europäisch Kurzhaar-Katers. Mehr wollte er sich in einem Durchgang nicht auskämmen lassen.

Das ergab sich letztlich durch Zufall, weil der Sommer kam und die Katzen plüschten wie verrückt. Irgendwann habe ich sie dann mit dem Furminator durchgekämmt, was das Plüschproblem erst einmal löste, und weil ich noch kurz vorher bei Frau Landidylle über die Nutzung von Schafwolle als Mulch- oder Düngematerial gelesen hatte, dachte ich mir: Warum nicht ab ins Beet? Vielleicht, vielleicht, lassen sich die Wühlmäuse ja vom Katzengeruch beeindrucken. Und wenn nicht, ist es zumindest ein Phosphorspender wie Hornspäne oder eben Schafwolle.

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Immer peinlich, wenn man erst auf den Fotos sieht, dass ich mal wieder ein paar unerwünschte Kräutlein übersehen habe…

Natürlich reicht das, was über den Frühsommer im Wohnzimmer immer nach so wahnsinnig viel aussieht, nicht für den ganzen Garten, aber zumindest das Lauchbeet und das nebenan zwangsäufig zur Mini-Baumschule umfunktioniert Zwiebelbeet (*schluchz*) bekamen eine Packung ab. Ob es hilft oder nicht, kann ich nicht mit letzter Sicherheit beantworten. Zwar blieben die beiden Beete tatsächlich von weiteren Wühl- und Fraßspuren verschont, aber vielleicht lag das ja auch an anderen Unverträglichkeiten. Weitere Versuchsreichen müssten folgen. Immerhin ist das für die Zukunft eine Möglichkeit, das ausfallende Winterfell zu verwerten. Mal was Anderes als Pullover stricken 😉

Naja, jedenfalls ist das keine Dauerlösung, und so blieb mir nur der Ausweg, vor dem ich mich beim Anlegen der Rahmenbeete so blöd gedrückt hatte: Das Fernhalten der Wühlmäuse auf mechanischem Wege.

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Ich habe kein Ringelblumenproblem, das ist eine Nematodenkur, jawohl!

Nach und nach, wie es sich eben anbietet, werden nun also alle Rahmenbeete – 19 kleine, fünf große, drei lange und die beiden, die ich irgendwann noch neu anlege – mit „Kästen“ aus 6,3 x 6,3 mm Drahtgeflecht nachgerüstet. Bislang stelle ich mich beim Herstellen dieser Kästen nicht besonders geschickt an, so dass für einen einzigen lässig zwei Stunden draufgehen. Gut, dass ich mir meine Arbeitszeit nicht bezahlen muss. Die 100m Drahtgeflecht waren schon teuer genug.

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Wie gut, dass die Hecken auch im Sommer beschnitten werden müssen.

Weil ich die Beete ja dann sowieso gerade ausgegraben habe, werden sie auch gleich frühbeetmäßig aufgemotzt: Unten Reisig, darauf Laub bzw. Rasenschnitt, darauf Mist und unreifer Kompost, auch der Schafwoll-Abfall von unserem Zimmermann (zum Kardieren und Spinnen komm ich ja doch wieder nicht) und zuletzt die Erde, diesmal dann auch gesiebt, um nun auch die kleineren Mergelsteinchen rauszuholen. Die großen Mergelbrocken rund ums Beet habe ich schon beim Ausheben der Rahmenbeete aus dem – nun im wahrsten Sinne des Wortes „ausgemergelten“ – Boden geholt. Für den Fußweg zwischen den Beeten sind sie immerhin ganz nützlich, auch wenn man mich im Winter schon gefragt hat, ob ich Steine anbaue. Ha, ha.

Die Nachbarin meinte prompt, sie hätte das mit den Wühlmausgittern ja auch vor Jahren ausprobiert, aber die Mäuse wären dann an der Seite reingekommen. Na toll. Man kann nur verlieren. Trotzdem hoffe ich, dass die nächsten Kulturen die ~liebevolle Pflege~ und die Bodenverbesserung zu schätzen wissen. Einige der Beete sind ja hoffentlich auch noch rechtzeitig fertig, um dort ein paar späte Kulturen zu säen bzw. auszupflanzen. In den Balkonkästen warten beispielsweise schon überschüssige Lauchpflanzen, wild ausgesäte Haferwurzeln und die letzten überlebenden Rotkohlpflanzen auf ihren Einsatz. Und irgendwo habe ich auch noch Rettichsaatgut. Also optimistisch sein und hoffen, dass die „neuen“ neuen Beete nun halten, was ich mir von ihnen verspreche.

 

 

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9 Antworten zu “Wühlmaus-Bekämpfung

  1. Also ganz ehrlich finde ich es empörenswert, wenn die Wühlmäuse absichtlich von einer schnöden Wiese in den Nutzgarten getrieben werden- Kannst du die Geräusch-Dinger nicht manipulieren? 😀
    Die aufgemotzten Beete sehen auf jeden Fall gut aus, die neue Schichtung plus Wolle gibt sicher ein Ertragsplus, aber die Mäuse müssen halt weg. Vielleicht lassen sie sich ja echt durch die Wolle abhalten, wer will schon ernsthaft in ein Beet steigen, wo es nach Feind riecht?
    Und jetzt hast du mich ins Grübeln gebracht, ich habe in all‘ meinem Chaos gar nicht bemerkt, dass meine Wühlmäuse anscheinend weg sind aus den Hochbeeten. Aber weisst du, was ich gar habe?
    Ich mag es gar nicht erzählen … also MEINE Katzen nutzen nicht die Beete anderer Leute als Toilette wenn du verstehst.
    Das ist nun echt die Ekelvariante aber auch nicht so schlimm, wie es sich anhört. Vorhin beim Jäten stieg mir bei einem Beet etwas in die Nase und ich erinnere mich, dass ich sie im Frühjahr, als alles noch karg war, auf frischer Tat öfter ertappte.
    Vom Regen in die Traufe oder ‚better the devil you know‘? Man weiss es nicht. ich bin jedenfalls gespannt auf deine Erfahrungen dann.
    LG Oli (und ich schüttel‘ immer noch den kopf, Wiese … pah) 🙂

    • Den einen Maulwurfvertreiber habe ich tatsächlich schon mit dem Rasenmäher überfahren, und das sogar ganz unabsichtlich (das Gras war einfach zu hoch, ich schwör!). Das ist halt so ein Thema, über das man wunderbar einen Familienkrieg herbeistreiten könnte, weil für mich die Wiese halt auch einfach eine Wiese ist, aber für Schwiegermuttern ist das sozusagen Teil des Wohnzimmers und die Visitenkarte ihrer Wohneinheit und WAS SOLLEN DIE LEUTE DENKEN. (Äh… dass da ein Maulwurf war? Was sollen die schon denken? Bestimmt nicht, dass sie da selber rumscharrt. Aber sie ist halt so erzogen, dass sie jedwede Unordnung sofort als Bedrohung ihres guten Rufs wahrnimmt.) Zum Nutzgarten dagegen hat sie keinen eigenen Bezug, aus ihrer Sicht lasse ich da ja ohnehin alles mögliche wuchern und dieses Mulchen mit Unkraut und Laub, das hat sie ja noch in keiner Gärtnerei so gesehen, und in den Beeten wächst doch eh alles durcheinander. Da kommt’s doch auf einen Maulwurfhügel bzw. ein paar Wühlmausgänge wahrscheinlich nicht an, bzw. darüber darf man natürlich schimpfen, aber das hat nichts mit ihrer sauberen Wiese zu tun. Seufz. Da kommen wir auf keinen gemeinsamen Nenner.

      Jetzt, wo du’s sagst, meine unerzogenen Katzen nutzen durchaus einige Beete als Katzenklo, aber eher die auf der anderen Seite des Gartens. Da sind die Wühlmäuse bislang gar nicht hingegangen. Bisher dachte ich immer, es läge an der Lage (auf der Seite ist der Garten aufgeschüttet und die Mäuse müssten sozusagen hinter dem Hofpflaster erst anderthalb Meter durch Steine und Schutt hochgraben, um direkt in die Beete zu kommen), aber vielleicht liegt’s auch an den Katzenexkrementen? 😮
      Der Geruch ist in der Tat gräßlich. Ansonsten finde ich den Gedanken jetzt nicht sooo furchtbar ekelhaft. Wir düngen ja auch mit Pferde- und Lamamist, wieso dann nicht auch mit Katzenkacke. Solange sie nicht direkt auf die Pflanzen machen… und wenn’s die Wühlmäuse vertreibt… 😉

      Liebe Grüße zurück!

      • Ohje ohje, ab ‚Visitenkarte ihrer Wohneinheit‘ musste ich schallend lachen, danach grimmig den Kopf schütteln. Das ist ja abstrus aber ich kenne das natürlich. Blöde Situation. Bezüglich Katzenkacke ist es einfach so, dass ich den Mist von Fleischfressern nicht so gerne in der Nähe von Lebensmitteln habe. Ich bin zwar niemand, der sich beweisen muss wie grün er ist indem er herzhaft in eine erdige Karotte beisst und mit Zoonosen kenne ich mich auch weniger gut aus als nützlich wäre, aber mein Gefühl sagt ‚bäh‘.
        Meine Hochbeete sind ja immer so dicht bepflanzt und wachsen so üppig, dass ich mich frage, wie die Katzen ihre kachektischen Hintern da überhaupt noch reinzwängen können, aber im Gegenzug wäre die Üppigkeit sonst schon längst umgepflügt und angefressen; gerade meine Schwarzwurzeln hätten die Wühler sich doch sicher einverleibt?!
        Ich glaube, ich bin auf der Spur der richtigen Theorie, das würde mich ja direkt wieder mit Katzenkacke versöhnen. Ich beobachte das mal.
        LG Oli

      • Ja, da kommt man mit Argumenten nicht weiter. – Das mit den Fleischfressern verstehe ich schon, man weiß ja auch nicht immer, welchen Mist die Tierchen futtern. Unsere Faulviecher gehen eigentlich auch eher nicht in die Beete, die dicht bewachsen sind (es sei denn, es hat sich ein richtiges Unterholz gebildet, durch das man schleichen kann – das macht dann natürlich besonderen Spaß), sondern bevorzugt in die leeren, in denen man so richtig schön scharren kann. Aber das hängt sicher davon ab, welche Gelegenheiten sich da überhaupt bieten. Wie üblich: Weitere Forschung vonnöten… 🙂

  2. Das selbe Problem habe ich auch gerade, nicht die Schwiegermutter, sondern eine Maus. Ich habs jetzt mit Hundehaaren probiert, mal sehen…

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