Gartenrundgang im August

Die Gartenrundgänge, die ich im Reader mitverfolgen darf, finde ich immer sehr spannend. Und eine gute Gedächtnisstütze ist es auch noch, etwa wenn man sich fragt, ob die Bohnen im letzten Jahr auch so lange gebraucht haben (und was dann aus ihnen geworden ist). Denn erfahrungsgemäß merkt man sich dann doch nicht alles bzw. die Erinnerung ist nicht zuverlässig.

Also versuche ich mal, mir ebenfalls einen monatlichen Rundgang anzugewöhnen. Da der Monatsanfang nun schon vergangen ist, ich den Vorsatz aber bis zum nächsten womöglich schon vergessen habe, wird es nun zwangsläufig ein Rundgang „mitten“ im August – sozusagen ein Iden-Rundgang. Dadurch ergibt es sich (in diesem Jahr?), dass die Bilder nicht repräsentativ für den ganzen August stehen, denn in den ersten beiden Wochen hat es fast ständig geregnet. Hoffen wir, dass der Rest des Monats sich eher wie in den letzten Tagen zeigt. Gern dürfen die Nächte auch wieder etwas wärmer werden, denn morgens fühlt es sich schon verdächtig nach Herbst an.

In liebevoller Schöpfarbeit haben wir im „Sandkasten“ den Sand vom Wasser getrennt, der Deckel schließt nämlich am Rand nicht zuverlässig. In der Sandmuschel habe ich als Kleinkind auch schon gespielt. Unsere Kinder spielen allerdings eh lieber mit Wasser als mit Sand. – Das Schilf sieht in dem Bild nach einem Tag trockenen Wetters schon wieder ganz manierlich aus. Am Morgen lag noch alles darnieder.

Tagsüber wird es nun also doch noch Sommer, und zwar eine Art Sommer, die ich bisher sehr angenehm finde, bei gut erträglichen Temperaturen und leichtem Wind. Genau richtig für Arbeiten im Garten. Das findet auch Herr Eifgental, der sich nach Feierabend hingebungsvoll der Vervollkommnung der Gartenmauer widmet.

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Man sieht’s am Speiskübel und Zementsack. Die umherliegenden Töpfe, Gießkannen usw. stammen von mir bzw. vom Nachwuchs. Aufräumen wär unehrlich gewesen.

Das ist übrigens unser „Küchengarten“. Außer Erbsen und Kräutern, später noch Kartoffeln, ist dort für die Küche allerdings dieses Jahr nicht viel drin. Immerhin haben die Bienen viel zu tun.

Schon in den letzten Wochen waren sie immer draußen, sobald der Regen auch nur leicht nachließ, und jetzt legen sie richtig los. Los legt auch die Rose, die wir von unseren Nachbarn zur Hochzeit bekommen haben. Bisher hat sie nie mehr als zwei Blüten auf einmal geschafft, diesmal hingegen… naja, hat ja auch bloß acht Jahre gebraucht. Ein bisschen erschreckend ist, dass auch die Fetthenne schon blüht. Der Herbst kommt wirklich unaufhaltsam näher.

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Grob aufgeschichtete Steinbrocken aus dem Boden, darauf gegossener (sehr sandiger) Beton. Vielleicht war die Efeudecke doch besser…?

Auf der rechten Seite ist die alte Mauer zwischen Garten und Einfahrt nun freigelegt. Links herrscht weiterhin der Efeu, wie man sieht. Diese Mauer wollen wir aber eigentlich nicht restaurieren, sondern durch eine ganz neue aus großen Natursteinquadern ersetzen. Bis wir das Geld haben, müssen wir aber wohl oder übel den Hang irgendwie abstützen und die alte Mauer zeigt nun einmal gewisse Schwächen. (Persönlich fürchte ich ja, dass sie eigentlich vor allem durch den Efeu zusammengehalten wurde und Herr Eifgental sie durch das Freilegen weiter geschwächt hat. Er meint, die Efeuwurzeln würden viel mehr Schaden anrichten. Man wird sehen…)

Durch den Regen faulen die Früchte teils an den Bäumen, andere sind geplatzt, nur wenige haben sich gut gehalten. Ich glaube, die Birnen ernte ich besser jetzt schon, wer weiß, ob die überhaupt noch abreifen. Immerhin sind durch den nassen Sommer die Wespen in diesem Jahr nicht so zahlreich. – Holunderbeeren brauchen noch eine Weile, die ersten Brombeeren konnten schon geerntet werden, aber viele waren es noch nicht. Naja, wenn das Wetter so bleibt…

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Mediterranes Flair im Bergischen, oder so.

Huch, der Feigenstrauch trägt tatsächlich Früchte, wie ich beim Zurückschneiden der Zitronenmelisse feststellen durfte. Der Sommer war ja auch nicht kalt, bloß dauernd nass. Jetzt bin ich aber gespannt, ob die Feigen auch reif werden.

Eine einzige Paprikapflanze (Sweet Chocolate, glaub ich) hat die neugierigen kleinen Knibbelfinger und die Schnecken überlebt. Dafür schlägt sie sich jetzt ganz wacker, ich habe sie schon mehrfach beerntet und sie produziert immer noch nach. Der Platz auf dem Blechregal vor der Backsteinwand scheint grundsätzlich gut geeignet zu sein. Die Tomaten sind erwartungsgemäß mit dem nassen Wetter nicht zufrieden. Die im Bild ist meine Hoffnungsträgerin in diesem Jahr. Sie und ihre Schwestern der Sorte „Oranzhevaja Slivka“ trotzen dem miesen Wetter bislang am besten. Die anderen haben entweder kaum Früchte angesetzt oder gar nicht erst geblüht. Dabei stehen sie sogar trocken, selbst in den letzten Wochen musste ich sie dauernd gießen. Falschen Mehltau haben sie trotzdem bekommen. Jedenfalls kommt die Oranzhedingsda auf die Liste der bewährten Gewächse und ich sollte wohl mal lernen, wie man den Namen überhaupt ausspricht.

Durchwachsene Ergebnisse beim Gemüse. Die Feuerbohnen kommen langsam doch in Fahrt, mal sehen, ob es da doch noch etwas zu Ernten gibt. Die Erbsen – hier die Markerbse „Commander“ im Verbund mit schwarzem Hafer und den unvermeidlichen Ringelblumen – sind unkompliziert. Die einzigen überlebenden Kürbispflanzen sind die, die ich im Juni nachgesät und mit einem Gurkenglas abgedeckt habe. Dadurch blieben sie von den Schnecken verschont, aber irgendwann sind sie natürlich zu groß für das Glas. Ob noch irgendwas aus ihnen werden kann? Im Milpa-Beet sind sie jedenfalls nicht mehr vertreten. Dort habe ich als Ersatz Rote Bete gesetzt, die sich ja auch gut mit Bohnen (und hoffentlich auch Mais) verträgt. Sieht bislang ganz hoffnungsvoll aus. Die Kartoffelpyramide dürfte bereit zum Ernten sein, das Kraut ist ja schon vertrocknet. (Die Birkenzweige liegen da bloß zur Zwischenlagerung und haben mit der Pyramide eigentlich nichts zu tun). Ich werde also bald rausfinden, ob diese Form des Anbaus einen merklichen Unterschied macht. Besondere Hoffnungen habe ich natürlich für die Trüffelkartoffel „Vitelotte“ (dunkelblau marmoriert). Der Rotkohl kümmert ein wenig, der Feldsalat ist dafür schon gut im Kommen. Durch die wühlmausbedingte Leere in manchen Beeten konnte er ja auch früh starten…

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Diese Hortensie hat jemand weggeworfen. Warummmm?!

Vom Gemüse zum Gezier. Dass diese Hortensie blüht, freut mich besonders, denn ich habe sie letzten Herbst vom Friedhofsmüll gerettet und wusste ja nicht, wie gut sie das verkraftet. Ganz gut, wie’s aussieht. Schöne Farbe. Was die Leute all‘ wegschmeißen…

Im „Elfengarten“, dem neuerdings kultivierten (bzw. zu kultivierenden…) Teil der „Halde“, hat sich seit der ersten Urbarmachung noch nichts getan. Die Schattenparker warten immer noch im Topf auf der Terrasse darauf, dass ich endlich Zeit zum Auspflanzen finde. Nun warte ich noch auf schöne Narzissenzwiebeln, denn im Frühjahr kommt dort ja noch Licht hin. Ende August ist Jahrmarkt, da kommt auch immer ein Zwiebelhändler, auf den ich meine diesbezüglichen Hoffnungen setze. Bis dahin etabliert sich schon einmal ein bisschen Akelei, sehr gut! Beinwell und (ganz hinten, kaum zu sehen) Lungenkraut waren schon vorher da und dürfen auch bleiben. Zum Vergleich daneben: Die andere Seite des Flechtzauns, nach wie vor „Halde“. Im Sommer braucht man allerdings weder Zaun noch Sichtschutzwand, dafür sorgen schon die Brennnesseln. Die Magnolie blüht im Frühjahr üppiger, aber im Herbst legt sie oft noch mal ein bisschen nach.

 

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Der Staudenhang im wilden Wechsel von Sommer zu Herbst.

So, nun wisst ihr Bescheid. Und ich im Rückblick dann auch. Einen schönen Rest-August! Genießt die Süße des sich neigenden Sommers bei hoffentlich feinstem Wetter. 🙂

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5 Antworten zu “Gartenrundgang im August

  1. Ach ich freu mich, dass wir jetzt noch andere Ecken des Garten zu sehen bekommen – und auch unaufgeräumte, wir sollten einen ‚Club des ungeschminkten Gartenlebens‘ gründen oder so.
    Der Staudenhang gefällt mir sehr gut und der Bauerngarten mit dem Mörtelkübel ist toll. Die Feige auch, lebende Tomaten im August, reife Chilis … Memo an mich selbst: Schieferwände und generell Steinwände haben ernst zu nehmende Vorteile und ich sollte dringend mal wieder auf den Friedhof gehen.
    Liebe Grüße aus dem Sonnenland (jaja!)

    • Und prompt meldet sich das schlechte Gewissen, dass ich ja doch recht wenig Überblick über andere Ecken des Gartens gewährt habe. Allerdings nicht mit der Absicht, die zu verheimlichen, sondern um sie für die irgendwann mal geplante Vorstellung des Grundstücks aufzuheben. Daran mache ich mich dann im Winter. (Mit dieser Aussage habe ich wahrscheinlich dafür gesorgt, dass der Winter entweder super-mild und gartenarbeitsintensiv wird – oder so kalt und schneelastig, dass wir hier ohne Licht und Internetanbindung sind…) Und es kommt ja auch bei jedem Rundgang mal wieder eine andere Ecke in den Fokus, denke ich.

      Einen Club? Das ist doch sowas von 90er. Nein, eine ganze Blogger-Bewegung muss es sein! „Honest gardening“ oder so! So oder so, ich bin dabei. Das wird der neueste Garten-Blog-Trend! 😉

      Ja, die Wände sind wirklich viel wert. Während die „überdachten“ Tomaten offenbar am Lichtmangel verkümmern, geht es denen vor den Mauern noch verhältnismäßig gut. Wenn man abends an der Backsteinwand vorbeigeht, kommt man auch selbst in den Genuss der Abwärme – die ist wirklich spürbar. Der Schiefer speichert weniger lange, vielleicht sind die Platten zu dünn. Aber zumindest kurzfristig maximiert er den Wärmeertrag auch. Die Feige wächst übrigens auch in einem Mauerwinkel – im Norden Backstein, im Westen Beton. Wahrscheinlich hat sie’s deshalb zum Fruchten gebracht…
      Da ich ja nach wie vor kein Gewächshaus habe (obwohl ich immerhin inzwischen einen Platz ausgewählt habe, hurra), bin ich schon froh über diese klimatischen Schummelmöglichkeiten.

      Danke für die warmen (haha) Worte! Sommerliche (…) Grüße zurück!

    • Sehr gern, ich hoffe, ich komme nun regelmäßig dazu! Ja, es ist echt unglaublich, wieviele völlig intakte Pflanzen da weggeschmissen werden, nur weil sie verblüht sind oder „nicht zur Jahreszeit passen“. Ich freu mich immer, wenn eine dann zuhause wieder angeht. 🙂
      Liebe Grüße zurück!
      Christiane

  2. Pingback: Gartenrundgang quer durch den September – mit Schandflecken | Landidylle·

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