Brombeerzeit

Mit den Brombeeren haben wir in den letzten Jahren oft Pech gehabt. Sie waren fast reif – und dann kam eine Woche Regen, der die Beeren zuerst angeschlagen und dann die Schimmelsporen zum Gedeihen gebracht hat. Dann konnte ich mich nur noch damit trösten, dass wenigstens vorher die Blüten den Bienen genutzt haben.

In diesem Jahr – so viel man sonst über die Sommermonate schimpfen darf – kam für unser spezielles Klima (das sich tatsächlich deutlich von der Nachbarschaft unterscheidet – oben in der Neubausiedlung ist es windiger, aber dafür auch wärmer; bei uns ist es schon wesentlich schattiger; und unten an der Mühle hängt eigentlich das ganze Jahr kühle Feuchtigkeit) die Sonne genau richtig. Jedenfalls, was die Brombeeren angeht. So konnte ich an jeweils zwei Tagen jeweils ca. 1 kg Brombeeren sammeln.

Meine erste Aktion mit den gesammelten Brombeeren, sobald es mehr ist, als „von der Hand in den Mund“ (der gierigen schmierigen kleinen Beerenvernichter) geht, ist Brombeer-Schalotten-Relish. Ein Zufalls-Rezeptfund, der uns seit unserem Einzug hier begeistert. Deshalb sind wir auch immer traurig, wenn die Brombeerernte „ins Wasser fällt“.

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Die großen „Bananenschalotten“ haben den enormen Vorteil, dass man nicht so viel Gefummel beim Schälen hat.

Brombeer-Schalotten-Relish

  • 1000 g Brombeeren
  • 500 g Schalotten
  • 300 g brauner Zucker
  • 300 bis 500 ml Apfelessig
  • Gewürze: Salz, schwarzer Pfeffer, Paprika edelsüß, Kreuzkümmel, Zimt, Muskatnuss
  • 1 Handvoll Basilikumblätter
  • Öl zum Anbraten

Die Brombeeren gut abwaschen und abtropfen lassen. Die Schalotten fein hacken und in etwas neutralem Pflanzenöl anbraten. Den braunen Zucker hinzugeben und unter Rühren leicht karamellisieren lassen. Dann die Brombeeren hinzugeben. Topf zudecken und ein wenig köcheln lassen, bis die Brombeeren im eigenen Saft schwimmen. Dann mit Essig auffüllen. Hier ist ein bisschen Intuition gefragt: Nimmt man zu viel Essig, muss man das Ganze ewig köcheln und vielleicht bleibt es trotzdem zu dünn. Also lieber zunächst nur die Hälfte dazugeben und erst dann mehr Essig nachgeben, wenn man den Eindruck hat, es wird zu schnell dick. Je nachdem, wie saftig die Brombeeren sind, reicht nämlich auch eine kleinere Menge Essig.

Wenn sich das Relish der gewünschten Konsistenz nähert, kommen die Gewürze hinzu: von Paprika, Kreuzkümmel und Zimt jeweils ein Teelöffel, von der Muskatnuss eine Messerspitze, Salz und Pfeffer nach persönlichem Geschmack. Zuletzt das gehackte Basilikum unterrühren und danach die Hitze abstellen.

Das Relish kommt sofort heiß in saubere Twist-off-Gläser, die man dann nach dem Abkühlen ordnungsgemäß beschriftet und an einem kühlen, dunklen Ort aufbewahrt. Angebrochene Gläser kommen natürlich in den Kühlschrank.

Nach unserer Erfahrung ist das Zeug im original verschlossenen Glas auch nach zwei Jahren noch tadellos in Ordnung (vorausgesetzt, es war ein gutes Brombeerjahr, so dass man entsprechend viele Gläser einlagern konnte), aber das hängt natürlich jeweils von den speziellen Umständen ab und ist weder eine Empfehlung noch eine Garantie!

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Manche fremdeln ja mit der Kombination herzhaft-süß, aber wie lieben sie! Allerdings hätte das Relish doch noch etwas mehr eindicken dürfen.

Das Brombeer-Schalotten-Relish schmeckt jedenfalls gut zu Fleisch aller Art, zu Würstchen vom Grill, zu Frikadellen, zur Fleischwurst auf dem Brot, als Hamburgersauce, zu Baguette… und zum Käse. Besonders zu gebackenem Camembert ist es ein Gedicht. Ich könnte mir auch vorstellen, dass es gebratenes Tofu toll aufpeppt, aber das habe ich noch nicht getestet.

 

 

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