Garten-Rundgang Mitte November

Draußen ist es schauderscheußlich – ein perfekter Tag, um sich mal wieder dem vernachlässigten Blog zu widmen. Wenigstens meinen „festen Termin“ für den Garten-Rundgang möchte ich doch einhalten. Ansonsten habe ich ja in den vergangenen Wochen viel zu wenig dokumentiert, was hier so alles passiert. Dabei war ich nicht einmal besonders fleißig. Es blieb halt bloß irgendwie nichts vom Tag übrig.

Aber schauen wir einmal, wie es dem Garten aktuell geht! Das heißt, die Bilder stammen natürlich vom Wochenende, an dem es zwar Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt hatte, die aber wenigstens bei trockenem Wetter, ja, sogar Sonnenschein. Jetzt dagegen haben wir zwar „milde“ 9°C, aber einen so garstigen Nieselregen, dass es einem mindestens 10 Grad kälter vorkommt. Und obwohl es „nur“ nieselt, macht sich die Dauerberegnung doch bemerkbar.

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So sah die Lamaweide heute Mittag aus. Das kleine Rinnsal, das von der Quelle im Wald bis zum Eifgenbach fließt, ist größenwahnsinnig geworden.

Als ich hingegen letzte Woche im Boden gewühlt habe, war der unter der obersten Schicht immer noch völlig ausgetrocknet. Interessehalber sollte ich jetzt wohl Probegrabungen durchführen, um zu sehen, wie tief die Nässe inzwischen gedrungen ist, aber… näh.

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Puderzucker!

Also, ein kleiner Zeitsprung in die vergangene Woche! OK, Niederschlag hat es da offensichtlich auch gegeben. Den ersten Schnee nämlich. Der hielt sich allerdings nicht lange.

Der Blattsenf als Nachkultur bewährt sich prima – er ist wüchsig, knackig, lecker, extrem einfach zu verarbeiten (just add dressing) und lässt sich vom Frost überhaupt nicht beeindrucken. – Der Rotkohl verliert mehr und mehr die Haltung, was sicher daran liegt, dass er erst gar keine richtigen Köpfe gebildet hat. Ich werde ihn nun eben als Blattkohl verarbeiten. Bringt ja sonst nix. – Die Hortensie macht mich fertig, echt. Totgeglaubte leben länger. – Nach dem ersten Frost sah der Borretsch noch zauberschön aus, inzwischen ist er hinüber.

Auch die Melde hat inzwischen die Haltung verloren. Der Porree dagegen bleibt den ganzen Winter draußen, wird allerdings nach und nach eingekürzt und in der Küche verwendet. Das hat sich in den vergangenen Jahren bewährt. Ob ich den Sellerie überwintern will oder doch essen, sollte ich wohl auch langsam mal entscheiden. – Mit den kleinen Eisnadeln sehen die Walderdbeeren richtig elegant aus. – Da war doch was…! An die Feigen hatte ich überhaupt nicht mehr gedacht, aber jetzt, wo das Laub weg ist, sind sie plötzlich wieder aufgetaucht. Tja, reifer werden sie nun sicher nicht mehr, also werde ich nun testen, ob man bergische Feigen genießen kann. Im Zweifelsfall sicher als Chutney oder Gelee… jedenfalls zeigt sich, dass die Dunkelheit in dieser Ecke durch den Wärmespeichereffekt der umgebenden Mauern mehr als ausgeglichen wird. – Wie erwartet ist aus den Buschbohnen (das bräunliche Geranke im Bild) nichts mehr geworden. Das liegt aber sicherlich nicht am Saatgut (Zucker Perl Perfektion von Dreschflegel), sondern an der allzu späten Aussaat. Die gelbe Bete kommt mit dem Winter besser klar, aber dicker werden die Knollen jetzt wahrscheinlich auch nicht mehr. – Der Meerrettich sieht gerade mal wieder etwas gerupft aus, aber das täuscht, er treibt ja schon wieder frisch aus. Also eine gute Raupenfutterpflanze, die vielleicht empfindsamere Pflänzchen vor einem grausamen Ende beschützen kann, ohne dabei selbst draufzugehen. Und noch dazu winterhart und gesundheitsfördernd. Was will man mehr?

Weniger überzeugend: Der Rosenkohl. Das wird wohl keine Röschen geben in diesem Jahr. Ich denke, ich werde ihn zusammen mit den Rotkohlblättern verwerten. – Die Kräuterserpentine hatte das Glück, etwas Mulch abzubekommen. Wir haben nämlich mal das Holzlager gefegt. 😉 – In diesen Beeten waren rote und blaue Kartoffeln (Rote Emma und Vitelotte). Die Ernte war leider alles andere als zufriedenstellend, es gab nur wenige und sehr kleine Knollen. Nun stockt auch noch die Aufbereitung der Beete, weil mir das Mäusegitter ausgegangen ist. Frust!

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Wenn man den Rasen nicht reanimieren wollte, könnte man das Laub natürlich auch einfach liegen lassen.

Das Rechen unter dem Walnussbaum hat auch einen ganzen Tag gefressen. Der hat ja sooo viele Blätter und dann auch noch sooo große. Tolles Rohmaterial für Rhododendronerde, haha. (Das wird später noch relevant.)

Kaum wird es draußen ruhiger, meldet sich der Maulwurf zurück. Naja, die Wiese besteht sowieso mehr aus Moos als aus Gras. – Die Holzasche soll dementsprechend sowohl als Kalidünger für den Rasen als auch als Moosunterdrücker wirken. Vielleicht schaffen wir es ja noch, die Wiese gründlich durchzuharken und neue Grassamen auszubringen. Wenn nicht… ach, vielleicht mache ich auch einfach einen asiatischen Moosgarten draus. Wieso eigentlich nicht. – Um die alte Fichte herum wachsen überall diese winzigen Pilzchen. – Ein Zwiebelbeet habe ich noch fertig gekriegt, das letzte fehlt nach wie vor. Mangels Mäusedraht ist es im Moment auch egal, dass der Rahmen fehlt. Der Knoblauch steckt jetzt erst einmal in einem anderen Beet und muss dann wohl im Frühjahr umgesetzt werden. – Die Kapuzinerkresse hat den Frost auch nicht verkraftet. Aber solange ich das Beet nicht brauche, kann sie da ja noch vor sich hin wesen. Irgendwo darin oder darunter müssen ja auch die ganzen Kohlweißlings-Kokons hängen.

Weiter geht es mit der Terrasse. Vorher – nachher: So langsam werden Sandkasten, Klettergerüst, Hüpfepferdchen oder auch der Grill wohl nicht mehr gebraucht.

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Ja, die Scheune ist wirklich so schief.

Also verstopfen sie jetzt die Scheune. Aufräumen können wir sie wiederum nicht, weil der Rest der Scheune voller Holz ist, das erst noch zerkleinert und gestapelt werden muss, bevor man wieder vorbeikommt. Aber hey, wir haben wieder Holz für den Winter! Bzw. vor allem für den übernächsten Winter, denn mindestens einer der Bäume ist erst vor kurzem gefällt worden und noch so saftig, dass es spritzt.

Ende Oktober haben wir in einem Kraftakt das Schilf in der Pflanzenkläranlage und die Himbeerspirrel gekappt. Nun sieht es in der unteren Einfahrt ungewohnt ordentlich aus. Das Schilf soll noch zu Flechtzäunen, Matten und Mulch verarbeitet werden. – Im „Elfengarten“ habe ich es einfach büschelweise ausgelegt, um die gerodeten Flächen halbwegs frei zu halten. Dieses Schilf ist für solche Zwecke super geeignet: Am Stück verrottet es kaum, es ist wirklich stabil (auch wenn man drüber trampelt) und es unterdrückt ungewolltes Wachstum gnadenlos. So musste ich nicht in Teichfolie investieren. – Der Staudenhang präsentiert sich nun ziemlich abgeblüht, aber das gibt teilweise auch ganz hübsche Effekte – verblühte Astilben zum Beispiel sehen noch bis zum Frühjahr dekorativ aus. Die Heide fängt sogar gerade noch an zu blühen. – Auch so ein Schandfleck, an den wir seit Jahren ran wollen: Die Stützmauer ist gebrochen und schiebt sich immer weiter in die Einfahrt. Ich hoffe, sie hält aus Gewohnheit noch ein bisschen länger, denn dieses Jahr werden wir sicher nicht mehr außen mauern…

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Totholz, wo vor einem Monat noch Brombeergestrüpp war.

Was habe ich im Oktober gesagt? „Dann gibt es also neue Beschwerden, dass [Schwiegermuttern] auf ihrer Terrasse auf dem Präsentierteller sitzt und jeder sie von der Straße aus sehen kann.“ Genau zwei Tage sind zwischen ihrer Brombeerrodung und eben dieser Feststellung vergangen. Oh Wunder. „Ich dachte, du könntest da vielleicht einen Flechtzaun machen…“ Dafür sind aber nicht mehr genug Stangen da. Ich habe es also mit Totholz versucht, aber das sieht ja so unordentlich aus, das ist doch keine Dauerlösung. Sie ist dann darauf verfallen, mich dort zwei Rhododendren pflanzen zu lassen.

Beim Ebnen der Fläche habe ich erst mal ein rätselhaftes Stück Fundament gefunden, keine Ahnung, wozu das mal gehört haben könnte. Aber egal. Da wir die Mauer da ohnehin noch ein Stück weiter in Richtung Straße ziehen wollten, können wir das zumindest noch ganz gut gebrauchen. – Da sieht man mal, wie Trocken die Erde da noch war. Und das, obwohl es schon wieder ein paar Regentage gegeben hatte. Interessant war auch, dass der Boden in der Ecke geradezu torfig war. Ob es an den verrotteten Wurzeln des einstigen Baums (zu dem der Stumpf gehörte) liegt? Da sieht man mal wieder, Bodenproben sind nur bedingt nützlich, weil sogar in einem einzigen Garten extrem unterschiedliche Bodentypen vorliegen können. Torf war mir allerdings bisher nicht untergekommen. Aber in dem Sinne war der Rhododendron ja dann eine gute Wahl. Das Walnusslaub mit seiner Gerbsäure soll ihm auch zugute kommen. – Nun wird die „böse“ Kirschlorbeerhecke also von „bösen“ Rhododendren abgeschlossen. Aber ich denke, wir haben genug „gute“ Ecken im Garten, um mit dieser Sünde durchzukommen.

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Die Rahmen der Kartoffelpyramide muss ich auch noch wegräumen, lalala.

Hier war die Kartoffelernte noch am besten, aber auch nicht so toll, wie ich das mit der Pyramide erwartet hatte. Da sind nächstes Jahr einige Änderungen fällig, aber gänzlich abschreiben möchte ich diese Anbauform noch nicht. Ich habe schon von einigen Leuten gelesen, dass sie keine gute Kartoffelernte hatten, also lag’s vielleicht auch am Jahr und nicht an der Anbauform. Weitere Studien folgen…

Die Hühner vom Ponyhof haben ihr Revier nun bis in unsere Einfahrt ausgedehnt. Ob sie da wirklich etwas finden? Oder genießen sie nur die Freiheit, bevor womöglich auch unsere Region von der Bestallungspflicht erwischt wird? – Der Fruchtstände-Türkranz vom Spätsommer sieht inzwischen auch ziemlich schäbig aus. Was soll’s. Bis zur Adventszeit muss er jetzt noch durchhalten.

Ihr hingegen, liebe Leser, habt es nun geschafft. Im Garten wird es nun sicher auch bei euch ruhiger, aber dafür gibt es ja ganz viele Projekte, die man sich für lange, kalte Wintertage vornimmt. Schauen wir mal, wieviel wir dieses Mal schaffen!

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6 Antworten zu “Garten-Rundgang Mitte November

  1. Ein sehr schöner Rundgang! Du warst wirklich fleissig und ich mag die wilde Idylle, die trotzdem aufgeräumt ist. Ich hingegen dachte, ich hätte ordentlich gewühlt, aber wenn ich mir meinen Garten ansehe merkt man weniger als nix davon.
    Die torfige Ecke finde ich interessant, da sollte dann wohl wirklich ein Rhododendron hin. Ich mag die übrigens und finde, dass die in ihrer speziellen Nische echt Vorteile gegenüber einheimischem Zeugs haben. Bei uns ist es ja so, dass oben auf dem Grundstück noch Fremdlinge wachsen dürfen und weiter runter in den Garten Richtung Landschaftsschutzgebiet, pflanzen wir nur einheimisches und Nutzpflanzen.
    Hier bei unserem matschigen Boden haben viele Mauern Risse, vor allem Hausmauern. Da sieht man manchmal so Verbindungen aus Metall an den alten Häusern – ich weiss leider nicht, wie die heißen, ich habe sie immer ‚Maueranker‘ genannt bis ich lernte, dass das was anderes ist – könnte man die Gartenmauer damit provisorisch zusammenziehen? Aber von hinten drückt wohl Erdreich …
    Na, toi toi, dass die es über den Winter macht!
    Liebe Grüße, Oli

    • Haha, „wilde Idylle, die trotzdem aufgeräumt ist“, wie lieb! Vielen Dank dafür. Ich sehe irgendwie immer nur „unaufgeräumt“. Ordnung ist ja auch nicht meine Priorität, deswegen kann ich im Alltag wunderbar am Chaos vorbeilaufen, aber wenn ich es dann fotografisch festhalte oder gar darüber blogge, ist mir das manchmal ein bisschen peinlich. Aber offenbar macht da auch der Blick von außen einiges aus – ich habe immer den Eindruck, ich kriege überhaupt nichts erledigt und du bist immer so fleißig und schaffst so viel!

      Ja, ich war auch extrem überrascht. Aber angenehm. Vom Aussehen her mag ich Rhododendren auch total gerne (und da sie sich ja eher nicht wild aussäen, denke ich auch nicht, dass man da jetzt viel fürchten muss), aber ich hab trotzdem ein bisschen ein schlechtes Gewissen, wenn ich jetzt „noch mehr“ davon im Garten habe. Andererseits haben wir ja auch sehr viel „einheimisches Zeugs“, da dürfen doch auch mal ein paar Exoten sein. Landschaftsschutzgebiet ist hier auch. Aber wie gesagt, der Rhodendron sät sich ja nicht aus (im Gegensatz zum Kirschlorbeer :P).
      Eigentlich eh blöd, sich dauernd rechtfertigen zu müssen. Über Tulpen regt sich doch auch keiner auf. Über Kartoffeln schon gar nicht…

      Wir haben die Mauer eben damals (TM) ohne Fundament gebaut, eigentlich sollte sie auch viel niedriger werden, aber die Pläne haben sich dann unterwegs (mal wieder) geändert. Insofern ist es wirklich nicht überraschend, dass der Hang sie gegeneinander verschoben hat. Da müssen wir halt wirklich nochmal alles freilegen, diesmal ein vernünftiges Fundament schaffen und dann wieder richtig aufmauern. Wie üblich zeigt sich, dass man die Projekte eigentlich gar nicht groß genug aufziehen kann, weil sich später sowieso herausstellen wird, dass die kleine Lösung zu klein war. Ich bin aber optimistisch. Wir wollen da wie gesagt seit einigen Jahren dran, was im Umkehrschluss ja auch bedeutet, dass es seit einigen Jahren trotzdem hält…

      Danke für den ausführlichen Kommentar!
      Liebe Grüße zurück, Christiane

  2. Hallo Christine, Du hast einen wunderschönen, vielseitigen Garten. Der Rotkohl ist bei mir übrigens auch nichts geworden. Deine Beeteabgrenzung ist eine sehr gute Idee. Ich gucke auch schon immer, was ich am besten nehme. Plaste mag ich nicht, Holz löst sich naturgemäß über kürzer oder länger von selbst auf. Die Dachziegeln sind eine super Idee. LG Annette

    • Vielen Dank für das Lob, liebe Annette! Tröstlich, dass es anderswo mit dem Rotkohl auch nicht geklappt hat.
      Die Beetabgrenzung hat sich nur durch Zufall ergeben, muss ich zugeben: Unser Hof hat früher mal einem Bauunternehmer gehört, dessen Materialreste immer noch in der Scheune eingelagert waren, als wir das Haus gekauft haben. (Leider war es kein gewissenhafter Bauunternehmer und das Haus ist nicht im besten Zustand…) Wir haben die Dachziegeln lang aufgehoben, weil man die ja vielleicht mal irgendwann brauchen kann – aber wenn wir mal ehrlich mit uns sind, reichen sie fürs Scheunendach sowieso nicht, zumal Herr Eifgental dafür dann ohnehin lieber glasierte Ziegel hätte. Also wurden sie offiziell zu Schrott erklärt. Einen Teil hat der Nachbar bekommen, der sein Hühnerhaus neu eindecken wollte… und an den Rest habe ich mich erinnert, als ich auf die Idee verfallen bin, Rahmenbeete nach englischem Vorbild anzulegen. Ich wollte eigentlich Holz nehmen (und mit Folie zumindest eine Weile bewahren), aber dafür reichte das Geld zu dem Zeitpunkt nicht… und dann fielen mir die Dachziegel ein. Ob sich das auf Dauer bewährt, kann ich noch nicht sagen, denn die Beete habe ich erst letztes Jahr angelegt – aber bisher bin ich zufrieden. Ist aber wie gesagt keiner tiefgreifenden Überlegung geschuldet (so genial bin ich nicht ;)), sondern hat sich einfach so ergeben, weil das Zeug „halt da war“!
      Liebe Grüße zurück,
      Christiane

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