Garten-Rundgang im Dez… äh, Januar

Frohes neues Jahr! Auf dass es wirklich ein Frohes sein möge. 2016 kann man im Rückblick ja leider nicht so bezeichnen, weder im persönlichen Bereich noch – vor allem – auf der Bühne des Weltgeschehens: Krieg, Terror, Fremdenfeindlichkeit, Brexit, Meinungsmache, Skandale, Trump, Putin, Erdogan, man möchte sich eigentlich nur noch in einer Höhle verkriechen (oder wäre ein Atombunker angebrachter ?), aber das ist ja auch keine Lösung. Hoffen wir mal, dass der Glaube an die Menschheit 2017 ein bisschen weniger enttäuscht wird. Also: Frohes neues Jahr.

Da so ein kalendarischer Neuanfang immer auch ein bisschen Schwung mitbringt, nutze ich den gleich mal, um den ausgefallenen Garten-Rundgang nachzuholen. Ob er künftig dann immer zu Beginn eines Monats stattfindet oder doch wieder mittendrin, weiß ich noch nicht. Die Planung für das neue Jahr steckt noch in den Kinderschuhen…

Der Dezember-Rundgang ist nicht nur den Weihnachtsvorbereitungen zum Opfer gefallen, sondern auch dem Gedanken, dass es im Garten zur Zeit eh nix zu sehen gibt. Außer verschiedene Formen von Eiskristallen, was natürlich auch sehr hübsch ist, aber die Gemeine Eisblume ist nun mal nicht botanisch anerkannt. Also wollte ich eigentlich lieber überhaupt mal das Grundstück vorstellen, aber dafür müsste ich eine Karte zeichnen und dafür fehlte vor Weihnachten nun wirklich die Zeit und überhaupt. Möglicherweise ja im Februar? Da ist im Garten bestimmt eh nix zu sehen. 😉

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Aber ganz so öd und leer, wie man erst einmal meint, ist es ja dann doch nicht. Klar, die Stauden haben sich in die Erde zurückgezogen, die Einjährigen sind hinüber und die Zwiebeln spitzeln auch nur an den geschütztesten Plätzen aus der Erde, aber da ist ja noch die gar nicht so kleine Gruppe der Winterharten!

Kalt ist es wirklich, das Wasser im Unkrauteimer ist bis unten hin durchgefroren. — Den asiatischen Blattsenf („Purple Wave“) habe ich schon im November als hoffnungsvolle Winterkultur aufgeführt und er hat sich in der Tat bis jetzt gut behauptet. Allerdings muss man aufpassen, dass die Stängel bei Frost keinen Druck abkriegen, sondern werden sie dort matschig und die Blätter gehen kaputt. Spätestens, wenn es mal ernsthaft schneit (FALLS es mal ernsthaft schneit), dürfte also Schluss sein. Aber bis dahin ein leckerer, knackig-scharf-frischer Wintersalat. — Weniger empfindlich ist erfahrungsgemäß der Feldsalat. Da heißt es zwar auch, dass ihn der Schnee erdrückt, aber in den vergangenen Jahren hat er sich davon immer wieder erholt. — Hart im Nehmen ist auch der Porree. — Vom Liguster erwartet man eh nichts Anderes. Wenn ich vernünftig wäre, würde ich meinen ganzen Buchs mal durch Liguster ersetzen, aber ich mag Buchs so gerne. — Der Rotkohl möchte kein Kopfkohl sein und benimmt sich eher wie Braunkohl. Wenn die Blätter nicht so glatt wären, würde ich ja an eine Verwechslung glauben. Jedenfalls wird er jetzt eben als Grünkohlersatz genutzt, da ich den Grünkohl eh zu spät ausgesät habe. Hat alles seinen Sinn. — Mit Schwarzwurzeln habe ich kein Glück, mit Haferwurzeln umso mehr. Muss ich akzeptieren. — Es heißt ja, das ausdauernde Bohnenkraut (Satureia montana) sei viel weniger angenehm im Aroma als das Sommer-Bohnenkraut (Satureia hortensis), aber ich muss ehrlich gestehen, dass „ausdauernd“ für mich ein ganz großes Verkaufsargument ist. Außerdem habe ich am Aroma meines Bohnenkrauts nichts zu meckern. Schließlich muss es sich gegen die Hülsenfrüchte im Eintopf auch durchsetzen können, dass MUSS herber sein! — Dass die gelbe Bete den Frost so gut wegsteckt, hätte ich nicht erwartet. Bei der roten Bete frieren die Blätter meistens ab, obwohl sie im Frühling dann auch neu austreiben. — Schau an: Bisher hat sich die Artischoke im Außenanbau-Experiment doch gut gehalten. Toi, toi, toi!

Überwacht wird der Bauerngarten vom toskanischen Gartenzwerg. Die Möwe stand früher mal auf dem anderen Poller am Garteneingang, aber nachdem der Sturm sie dort hinuntergeschlagen hat, ist sie im Steingartenkübel sicherer aufgehoben. Selbst dort ist es heute frostig, da kann auch die Backsteinmauer nicht gegen anheizen.

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Der Blick unterm Walnussbaum über das Eifgental ist IMMER schön. Wann immer ich mit dem Haus oder dem Garten oder sonst irgendetwas zu Hadern habe, sollte ich eigentlich direkt unter den Walnussbaum gehen, tief durchatmen und übers Tal schauen. Das ist meine Ideallandschaft, ehrlich.

Keine Ahnung, was für ein Sämling das ist. Apfel? (Wild-)Pflaume? Tolle Laubfarbe jedenfalls. Der Rhododendron steckt auch im Winterschlaf.

So, nun geht’s die Straße runter. Wie gesagt, irgendwann muss ich das Gelände mal ordentlich vorstellen, insbesondere die „tolle“ Aufteilung des Grundstücks. Hurra, ein Vorsatz für das neue Jahr. — Die Halde, äh, ich meine natürlich das Biotop, in besonders haldigem Zustand. Immerhin hat der Flechtzaun im Winter tatsächlich seinen Sinn, sonst würde man tatsächlich direkt von der Straße in Schwiegermutterns Wohnzimmer gucken. — Im Staudenhang blüht die Heide. Die ist auch knallhart. — Blick über die zur Zeit verwaiste Lamaweide. Dahinter der Trampelpfad, die Weide der Berger Mühle (einst der Mühlenteich und bis heute nicht zuverlässig trocken, bei Regen sinken die Kühe bis zum Bauch im Sumpf ein), der Eifgenbach und „der Wald“ (TM). — Die Bienen halten natürlich keinen Winterschlaf, weiß man ja ;), aber sie kommen jedenfalls nicht raus. Die Gitter vor dem Flugloch sollen aber nicht die Bienen drin, sondern die Spitzmäuse raushalten. — Ich weiß nicht, wie der Maulwurf das macht. Ich krieg bei dem Frost keinen Spaten in die Erde. Respekt, Meister Grabowski.

Schattenmalerei bzw. Physikunterricht zum Nachvollziehen. Der Solartherme kommt die doch recht kräftige Sonne leider nicht zugute, weil wieder mal eine paar Lecks abgedichtet werden müssen und deshalb die ganze Anlage leer ist. Auch so eine launige Geschichte über fachkompetente und zuverlässige Handwerker, die irgendwann mal erzählt werden müsste. Noch so ein Neujahrsvorsatz… — Ganz viel Feuerholz, leider noch sehr frisch und frühstens so in zwei Jahren zu gebrauchen. Inzwischen ist es immerhin zerkleinert und gestapelt. Hat auch schon warm gegeben, haha.

Tote Hose im Elfengarten, aber ich freu mich schon darauf, im Frühjahr weiter daran rumzubauen. Die Kartoffelrahmen sollte ich auch mal in die Scheune räumen, hüstel. — Das Gestaltungskonzept für die Terrasse im Winter: Was keinen Frost verträgt, ist drinnen, was winterhart ist… steht halt rum, wo es gerade steht. Nicht schön, aber ehrlich. — Den alten Strandkorb haben unsere Vorgänger uns „vererbt“. Leider ist er mittlerweile sehr verrottet und die Polster haben schwer unter Mardern und Katzen gelitten. Malerisch sieht er ja trotzdem noch aus. Warum der Nachbarkater es sich ausgerechnet auf dem unsicheren Klappvordach gemütlich machen will, verstehe ich trotzdem nicht so Recht, aber irgendeinen Grund wird die Katze auf dem kalten Stoffdach schon haben. Festgefroren ist sie jedenfalls nicht, denn als die Sonne hinter der Hausdecke verschwunden ist, ist auch Caesar wieder nach Hause gegangen. Veni, vidi, vici, oder so.

Nun schauen wir mal, was der Winter uns sonst so bringt! Schnee wäre gut, soll angeblich auch bald kommen. Ein Rückblick auf das Gartenjahr wäre angebracht, lege ich wahrscheinlich mit der Vorausschau auf die neue Saison zusammen. Dreschflegel und Rühlemann’s haben zu Weihnachten ihre neuen Kataloge ins Haus flattern lassen, die Planung kann also losgehen. Ist ja sonst nix zu tun im Winter. Abgesehen von den vielen anderen Sachen, die ich mir für den Winter vorgenommen habe, trallalla!

Na, prosit Neujahr! Möge die Menschheit sich 2017 zusammenreißen. Bisher sieht’s in der Hinsicht ja leider nicht so toll aus, aber es sind ja noch 364 Tage übrig.

 

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