Garten-Rundgang Mitte April

So, endlich mal wieder ein Rundgang. Immerhin tut sich im Garten nun wieder Einiges, so dass ich den bloggerischen Rundgang nicht mehr guten Gewissens ignorieren kann. Tatsächlich bereue ich jetzt ein bisschen, im März keinen Rundgang gemacht zu haben, denn nun fehlt der Vorher-Nachher-Vergleich. Mentale Notiz: nächstes Jahr früher anfangen!

Nun ist also die Wachstumssaison schon wieder hereingebrochen. Total überraschend, und das meine ich ernst, denn so schnell geht das hier normalerweise nicht. Drei trockene und teils extrem warme Wochen haben der Vegetation einen Schub verpasst, der sich normalerweise locker von Ende März bis Mitte Mai hinzieht. Daran ändert auch die letzte Woche nichts, die noch einmal Frost und (endlich mal wieder) Regen mit sich brachte. Wenn man sich den blühenden (!)Waldmeister so anschaut, könnte man meinen, Ostern wäre die neuen Eisheiligen… andererseits ist der Wald noch recht kahl. Verrückte Zeiten.

Und geschäftige Zeiten, denn alles, was im Winter nicht ging, muss ja noch schnell-schnell erledigt werden – während gleichzeitig der Hahnenfuß weiterwuchert und die Kartoffeln keimen und die Erbsen gesät werden wollen und und und…

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Zu dieser frühen Zeit dient das Tee-Beet eher dekorativen Zwecken. War ursprünglich eine Notlösung, weil ich einfach irgendwo ein paar bunte Frühlingsblüher unterbringen wollte. Gefällt mir jetzt aber sehr gut, schließlich treiben die meisten Teegewächse sowieso gerade erst so langsam aus und bis dahin können sich die Zwiebelpflanzen dort austoben. Ich denke, fürs nächste Jahr werde ich da noch mehr Tulpen verteilen. Oder noch eine Teebergenie? Die erfüllt beide Kriterien… hmm.

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Die Kräuterserpentine sieht auch noch ziemlich kahl aus, aber wenn der Bärlauch sich dort erst mal etabliert hat, wird das hoffentlich anders. Das dauert hier immer ein paar Jahre. Spätestens im Juni wird der Platz dann wieder nicht reichen, auch wenn man sich das im Moment noch schwer vorstellen kann.

Das verplante und vernachlässigte Viertel des Bauerngartens. Den verunglückten Rotkohl habe ich kurzerhand zur Zierpflanze erklärt, nun sorgt er wenigstens für etwas Struktur im Chaos. Die Rahmenbeete quetschen sich irgendwie zwischen Weg und Mauer, weil sie halt irgendwo hin mussten. Nicht schön, aber selten.

Dafür sieht es hier schon fast ZU strukturiert aus. Aber das wird sich schon noch ändern, wenn alles anfängt zu wachsen. Bis dahin versuche ich noch verzweifelt, die Wühlmausgitter nachzurüsten und die meisten Steine aus der Erde zu fischen. – Die jungen Haferwurzeln gehen schon mal mit gutem Beispiel voran und die im Februar gesäten Dicken Bohnen sind auch schon auf dem richtigen Weg. – Der japanische Blattsenf hat den Überwinterungstest bestens überstanden, abgesehen von ein paar vom Schnee abgequetschten Blättern, die den Pflanzen an sich aber nicht geschadet haben. Die Gläser dahinter sind eine sehr improvisierte Frühbeetlösung, um Mais an Ort und Stelle vorzuziehen. Ob das klappt? Keine Ahnung, man wird sehen! – Der Rhabarber ist eher dünnstielig, aber schon viel kräftiger als im letzten Jahr. Die hässlichen Plastikpötte dienen zum Ziehen. Ich hoffe ja immer noch, mal irgendwann an diese klassischen englischen Rhabarbertöpfe aus Terrakotta zu kommen, aber bislang hat sich das nicht ergeben.

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Jaaa, ein aufgeräumter Arbeitsplatz sieht anders aus. Wie sagte Albert Einstein doch so schön: „Geniale Menschen sind selten ordentlich, ordentliche sind selten genial.“ Na also! Der Strohballen dient aber tatsächlich einem sinnvollen Zweck, ich habe ihn mit Pilzbrut (Kräuterseitlinge) bestückt und warte nun darauf, ob das wirklich funktioniert. So richtig traue ich der Sache noch nicht, aber schön wär’s ja.

So, nun geht es über die Straße – was mich daran erinnert, dass ich immer noch keine „Landkarte“ für unser verrücktes Grundstück gemalt habe – und unter den Walnussbaum.

Auch dort befinden sich noch ein paar verirrte Gemüsebeete, weil ich mich ja nicht auf ein paar gut gehende Arten beschränken kann. Hier ist in diesem Jahr die Zwiebel-Doldenblütler-Connection anzufinden, wie man an den alten Porrees erkennen kann. Wie man möglicherweise sieht, köpfe ich meinen Porree von Herbst bis Winter, damit ich ihn einerseits nutzen kann und er anderseits im nächsten Jahr entweder verzweifelt Brutzwiebeln ausbildet oder trotz allem noch blüht. (Bisher hat er immer noch geblüht, Porree ist offensichtlich hart im Nehmen.) – Man sieht, wie mordstrocken die Zeit seit dem Frühlingsanfang war. Der Boden ist ganz rissig und die Regentonne ist fast leer, das sollte im Frühling eigentlich anders aussehen.

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Diese Terrasse ist noch ein Überbleibsel unserer Vorgänger, das wir im letzten Herbst mal wieder freigelegt haben. Zwischenzeitlich standen dort auch schon meine Bienenvölker, aber seit sie dort im Sommer mal ausgeräumt wurden, haben wir sie am Ende der unteren Einfahrt „versteckt“. Ortskundigen Spaziergängern zufolge soll hier auch ein Gartenhäuschen gewesen sein, aber davon hat man schon zu unserem Einzug nichts mehr gesehen. Jaa, die „Rankgerüste“ sollte ich eigentlich auch mal wegräumen bzw. an den nächsten Einsatzort bringen.

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Ein echter Schandfleck, aber einer, um den ich mich vorläufig einfach noch nicht kümmern kann. Er liegt schattig und ist schwer zu erreichen und die Vegetation ist feindlich gesinnt. Bisher weiß ich nicht, was ich damit mal anstellen will. Bis ich’s weiß, können Him- und Brombeeren in dieser Ecke einfach noch weiter vor sich hin wuchern.

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Die Buschwindröschen sind jedes Jahr wieder eine Überraschung. Plötzlich sind sie da und bilden zauberhafte Blütenteppiche. Nach der Blüte sind sie auch ganz schnell wieder verschwunden. Dahinter wächst Wald. Naja, Unterholz. Mit ein paar Waldbäumen.

Hier sieht es (noch ;)) richtig manierlich aus. Das Himbeerdickicht am Rand der Einfahrt ist einem geordneten Beerenbeet gewichen, nur der Schotterweg dazwischen ist mal wieder nicht fertig geworden, weil immer wieder was Wichtiges dazwischen kam. Naja. Der Schutt aus dem Komposthaufen, den ich nun kurzerhand als Füllung verwende, läuft ja nicht weg. (Leider.) – Die Pflanzenkläranlage begrünt sich auch langsam. Und nein, meine Völker sind noch nicht erweitert, ich weiß, dass man das andernorts schon zur Zeit der Weidenblüte tut, aber das lohnt sich hier einfach nicht. Die Hoffnung auf eine reiche Frühtrachternte habe ich schon längst aufgegeben. Da bringt auch ein warmer Schnellstart wie in diesem Jahr nichts – ganz im Gegenteil, die Bienen können gar nicht so schnell brüten, wie plötzlich alles blüht. So isses halt. – Der Staudenhang ist noch ziemlich kahl, aber so richtig viel dazwischensetzen kann ich auch nicht. Noch zwei Wochen, dann ist hier alles dicht. – Das untere Ende der Halde. Momentan auch noch sehr manierlich und vorsichtig zum Exotenhang erklärt. Den Rhododendron hatte sich ja die Schwiegermutter gewünscht und dem Tulpenbaum konnte wiederum ich nicht widerstehen. Ein Gewürzstrauch soll noch dazukommen, und Felsenbirnen gibt es in der Neuen Welt auch. Nun müssen wir es nur noch schaffen, die Brombeerranken auch im Sommer zurückzukämpfen.

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Noch mehr Rahmenbeete in verschiedenen Stadien des Schlecht-Vorbereitet-seins. Das längere ist mittlerweile schon zur Hälfte bearbeitet, manchmal dient die Fotografiererei ja auch dazu, das schlechte Gewissen (oder ist es nur ein schlechtes Gedächtnis?) in Gang zu bringen. Die rechte Hälfte soll nach und nach einen asiatischen Touch erhalten, dort habe ich den Valentins-Gingko und zwei vorläufig noch winzige Fächer“ahörner“ gepflanzt. Ich stelle mir das hübsch vor, wenn sie später größer sind und ihr dunkelrotes Laub vor der grünen Leinwand des garstigen Kirschlorbeers leuchten lassen. Die schäbigen Betonbrocken ersetzen den hier leider nicht verbreiteten Tuffstein, den man in einem chinesischen Garten verwenden würde. Und der Kübel soll eine Art portabler Teich werden. Ja, ich erlaube mir seit neustem auch Spielereien im Garten! Der „Elfengarten“ – davon später ein paar Bilder – hat da offenbar einen Dammbruch ausgelöst.

Dieser Bereich hat sich wunderbar entwickelt, muss ich jetzt einfach mal ganz stolz sagen. Als die Mieter ausgezogen sind, war es bis auf den Haselstrauch total kahl, aber mit ein paar überschüssigen Stauden und Schwiegermutterns Blumenzwiebeln ist eine richtig hübsche Ecke draus geworden. Der Osterhase war auch schon da…

Und auch der „Elfengarten“ entwickelt sich. Noch kommt hier ziemlich viel Licht hin, aber wenn Magnolie und Holunder richtig Laub tragen, wird das sehr finster. Dann schlägt die Stunde der Schattenparker und ich bin schon sehr gespannt, wie es dann dort aussehen wird. Das hohle Baumstück ist beim Abtransport der morschen Buche angefallen und ich habe es nun kurzerhand zu Kunst erklärt, auch wenn Herr Eifgental es lieber auf den Brennholzstapel gepackt hätte. Das wird (vermutlich?) der verspielteste Teil des Gartens und ich merke, dass mir das eindeutig auch Spaß macht. Ich denke schon dauernd drüber nach, wie ich den „Elfenfaktor“ erhöhen kann. Ein Insektenhotel soll auf jeden Fall kommen, das ist hier zwar streng genommen nicht nötig, aber man kann ja so hübsche Sachen bauen. Vielleich auch Skulpturen? Oder Gebamsel in den Zweigen? Da kommt wohl noch einiges auf uns zu… – Zu dieser Jahreszeit sieht sogar die „Halde“ noch zivilisiert aus. Und ich denke jedes Jahr, dass sich dort vielleicht noch ein Blühstraucher ansiedeln lässt, vielleicht ein schöner Schmetterlingsflieder? Aber später im Jahr wird es halt schon sehr schattig hier, deshalb habe ich mich bisher noch nicht getraut.

Die ganzen Pötte gehören eigentlich nicht an die Hecke, aber sie mussten kurzfristig umziehen, weil Herr Eifgental gern die Terrasse kärchern wollte. Mittlerweile sind die Töpfe wieder zurückgesiedelt. Ich brauche noch so ein Pflanzregal. Später sollen in die großen Töpfe die Tomaten- und Paprikapflanzen einziehen. Auch die übrigen kälteempfindlichen Gewächse verbringen den Sommer auf der Terrasse. Bis zu den echten Eisheiligen wohnen sie allerdings noch im „Luftraum“ – lange Geschichte, erklär ich mal später – wo es leider ziemlich duster ist. Ich brauche eben doch mein Gewächshaus.

Bis dahin ergibt sich alljährlich der Spagat zwischen Erfrieren und Sonnenbrand. Was will ich blöde Kuh auch unbedingt Ingwer und Bananenpflanzen im Bergischen Land züchten. Wobei, auf einem autobahnsperrungsbedingten Umweg durch Burscheid habe ich neulich in einem Vorgarten eine richtig große Bananenstaude gesehen, die eindeutig schon seit vielen Jahren draußen überlebt. Aber wahrscheinlich ist da einfach das Haus mordsmäßig schlecht isoliert?

Das ist unseres zwar leider auch, aber wir heizen halt auch nicht so dolle, außer im Wohnzimmer, wo der Kachelofen steht. Im Moment ist das tatsächlich wieder nötig, denn nachts sind die Temperaturen gehässigerweise wieder unter 0°C gefallen und auch tagsüber wird es nicht richtig warm. Es fühlt sich also doch wieder nach April an und das ist, so schön die heißen Märztage waren, ja eigentlich auch korrekt. Vielleicht habe ich dann ja auch noch eine Chance, vor der nächsten großen Aussaatwelle wieder ein paar Beete fertig vorzubereiten. Auf geht’s!

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