Garten-Rundgang Mitte August

Schon wieder Zeit für den monatlichen Rundgang? Der letzte ist doch erst ein paar Tage her… dachte ich. Aber wenn ich die Bilder so vergleiche, hat sich doch wieder Einiges verändert. Na gut, dann wird das wohl seine Richtigkeit haben.

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Der Bauerngarten zum Beispiel sah doch gerade noch so ordentlich und gepflegt aus? Tja, nun ist es wieder der vertraute Anblick von wildem Gewuchere. Wobei es auf dem Bild wirklich besonders wüst ausschaut. In echt ist das viel schöner! Wirklich!

Im Detail entdeckt man dann doch das System im Wahnsinn. Der Mais nähert sich der Vollendung. Ausgesäht habe ich „Festivity“, eine bunte Sorte, aber die Pflanzen sind größtenteils ganz konventionell grün. Naja, warten wir ab, wie die reifen Kolben am Ende aussehen! Jedenfalls profitiert der Mais offenbar davon, dass ich zuletzt nicht mehr genug Saatbohnen hatte, um dieses Beet für die klassische Milpa zu nutzen, denn er wächst viel besser als in den vergangenen Jahren. Mitteleuropa ist halt nicht Mittelamerika. — Die Kombination aus Reiserbohnen (Red Kidney) und Sonnenblume läuft hingegen super. Merk ich mir. Alternative Milpa. Die Sonnenblumen werden auch viel höher als der Mais und bieten den doch recht wüchsigen Kidneys dadurch Halt bis in die Spitzen. Und auch die Kürbisse machen bei dieser Kombination einen zufriedenen Eindruck, hier im Bild „Futsu Black Rinded“.

Hinter den Sonnenblumen reifen die im Juni verspätet gesäten Erbsen. Im Gegensatz zu den „rechtzeitig“ ausgesäten Erbsen haben wir dort (bisher…) weniger mit Maden zu kämpfen, dafür aber mit Mehltau. — Der befällt allerdings auch die alten Erbsen. Bäh. — Da ragt er stolz empor, mein Rosenkohl! Vorläufig wieder raupenfrei. — Das Kartoffelkraut der „Cilena“ stirbt bereits ab, bald ist Zeit zum Ausbuddeln. — Die „Vitelotte“ dagegen legt noch ein bisschen zu. Der Rote Meier ist wirklich VIEL kleiner als der südamerikanische Amaranth, fast schon enttäuschend, aber wenn die Körner dafür reif werden, ist die Größe ja nicht entscheidend. Und – Überraschung – eine Tomatenpflanze ist auch aus dem Kompost gewachsen…

So groß die Kohltürme sind, so winzig sind die Röschen. Ich hoffe mal, die werden noch dicker. — Dick und rund ist der Butterkohl „Goldberg“, der einzige seiner Art, aber dafür umso prächtiger.

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Noch mehr Wildwuchs mit fleißigem Gärtnergehilfen, der natürlich auch dann unbedingt gießen möchte, wenn es am Vortag reichlich geregnet hat…

Flaschenkürbis und Stangenbohnen vertragen sich auch super und ranken gemeinsam um die Wette. Dafür werde ich zwar sicher nicht jedes Jahr Platz machen können, aber gelegentlich lohnt es sich sicherlich. — Der Salat geht in Blüte, diesmal mit einem hinreichend großen Genpool. Die oberen Blätter sind inzwischen zäh und bitter, aber weiter hunten finden sich sogar jetzt noch weiche und kaum bittere, mit denen man den gemischten Salat anreichern kann. — Die Apothekerrose blüht nun zum dritten Mal in diesem Jahr und diesmal gleich besonders üppig. Das freut mich besonders, weil ich hier bisher immer die Blütenblätter zum Trocknen geklaut habe und nun doch auch mal ein paar der wunderschönen (und herrlich duftenden) Blüten stehen lassen kann. — Meerrettich und Kapuzinerkresse lassen sich von den eingesiedelten Raupen offensichtlich bisher nicht unterkriegen. Glück gehabt.

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Türkranz des Monats. Wahlweise aus „verblütem Zeugs“ oder aus symbolträchtigem Beifuß, Rainfarn, Dost und Lavendel.

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Jetzt müsste es mal wieder ein paar Tage trocken und sonnig bleiben, damit die Brombeeren schön reifen können. Und dann müsste jemand die Kinder lang genug ablenken, damit ich die Beeren auch verarbeiten kann, bevor sie in irgendwelchen kleinen Bäuchen verschwinden… 😉

Zwischen dem blühenden Porree habe ich noch ein paar verspätete Erbsen in den Boden gesteckt, denn Erbsen können wir gar nicht genug haben. Ist natürlich ein Glücksspiel, ob die überhaupt noch tragen, aber in den letzten Jahren hatten wir eigentlich immer (TM) einen warmen Oktober. Übrigens gibt es auch in diesem Jahr wieder vereinzelt winzige Brutporrees in den Blüten, wenn auch nicht so extrem wie im letzten Jahr. Vielleicht ist das normal? — Geernteter Knoblauch, hängt zum Trocknen noch ein bisschen ab. Im Gegensatz zu den Schalotten ist der wenigstens was geworden. — Auch ne tolle Mischung: Buchsbaumstecklinge und Feldsalat. Ich brauchte halt irgendwo Platz für den Abfall vom Heckenschnitt. War ja zu Schade zum Wegschmeißen.

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Erkenntnis des Monats: Die Beete in diesem Bereich sind womöglich gar nicht zu schattig, sondern vor allem zu trocken. Ich habe dort im strömenden Regen die Erde gesiebt und nicht einen Tropfen abbekommen. Das Ergebnis sieht man im linken Beet – immer noch trocken. Ließe sich künftig also durch vermehrtes Gießen womöglich doch ein Anbauerfolg erzielen? Weitere Studien folgen…

Erstmals kann ich nachvollziehen, warum so viele Leute die Ackerwinde nicht leiden können. Bislang fand ich sie aufgrund der hübschen Blüten und ihres bescheidenen Auftretens gar nicht so schlimm, aber in diesem Jahr schlägt sie völlig über die Stränge und strapaziert meine Gunst doch sehr.

Die Holunderbeeren sind bald reif… aber nur die obersten. Der Rest ist noch ganz grün. Wird wohl auf mehrere Verarbeitungswellen hinauslaufen. — Die diesjährigen Ranken der neu angepflanzten Himbeere „Two-timer“ sind schon ganz schön kräftig, aber ich glaube nicht, dass sie es schon dieses Jahr schafft, noch ein zweites Mal Früchte zu tragen. Aber wer weiß? — Der Lavendel ist beerntet. Auch da rechne ich nicht mit einer zweiten Blüte.

Plötzlich hat die Gurke „Weiße Lange“ richtig Ehrgeiz entwickelt. Die unteren Blätter erwecken allerdings nicht den Anschein, als könnte die Pflanze das alles zur Reife bringen. Die Reiserbohne „Vermont Yellow Eye“ macht sich dieses Jahr auch viel besser als im letzten. Eigentlich wollte ich die von der Anbauliste streichen (nicht unbedingt aus Unzufriedenheit, aber weil es halt nicht so ein Verlust gewesen wäre), aber nun komme ich doch wieder ins Grübeln. Als Auskernbohne brauchen wir sie zwar nicht, aber die Kinder haben ihre Liebe zu Schnibbelbohnen entdeckt und wenn man sie rechtzeitig erntet, ist „Vermont Yellow Eye“ auch als solche zu gebrauchen. Die Hülsen, die man hier sieht, sind allerdings schon zu alt und fädig dafür.

Der Große kann inzwischen richtige Knoten machen und dekoriert deshalb alles mit geknoteten Schnüren. Den Vorhang hier hat er mit einer Freundin zusammen angebracht, als sie eine Bude bauen wollten. Eigentlich gar nicht so schlecht als Dekoidee, nur vielleicht beim nächsten Mal etwas hübschere Schnüre nehmen… — ansonsten ist der Elfengarten im Moment nicht so arg dekorativ. Was blüht denn im Herbst auch im tiefsten Schatten?

Die Tomaten haben die Monsunphase bisher ganz gut verkraftet. Die Terrasse ist endgültig zu einem weiteren Blumenbeet „verkommen“. Herr Eifgental rauft sich die verbliebenen Haare, aber mir gefällt’s…

Und bei euch so? Ich hoffe, die bisherige Arbeit macht sich überall bezahlt, auch wenn das natürlich erst mal noch mehr Arbeit bedeutet. Aber es gibt ja auch angenehme Pflichten und das Verarbeiten von selbst angebautem, selbst geerntetem Gemüse gehört eindeutig dazu… Also: viel Spaß bei der Arbeit!

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2 Antworten zu “Garten-Rundgang Mitte August

  1. Roter Meier war letztes Jahr so hoch wie ich, dieses Jahr verharrte er ewig auf 30cm oder so und erst seit 2 Wochen machen sich einzelne Pflanzen auf, die 1m-Marke zu knacken.
    Meine Rosenköhler sind auch noch mikroskopisch klein obwohl ich zeitig ausgesät (aber eher spät ausgepflanzt hmm) habe, hoffentlich! wird das noch was.
    Schalotten waren sonst IMMER enorm bei mir, dieses Jahr nicht. Und Ackerwinde schlägt dieses Jahr hier auch total über die Stränge. Aber sowas von! früher wollte ich die immer unbedingt im Garten haben und nun verfluche ich sie weil sie sich anschickt, sogar die Etagenzwiebeln zu erwürgen. Wenn die so weitermacht, schafft sie sogar den Knollenziest. Na gut, den vielleicht nicht, aber die Tendenz ist klar.
    Im Schatten blüht bei mir jetzt wieder üppig mit schwingenden Köpfchen die Herbstanemone. Ist zwar kein tiefer Schatten, aber vielleicht kannst du die testen.
    Witzig, diese Parallelen zu beobachten. Recht interessant.

    • Ich glaube, mein Meier wird nicht mehr größer, aber er blüht jedenfalls üppig und das soll mir erst mal reichen…

      Ich muss gestehen, dass die Riesenrosenköhle auch eigentlich schon im zweiten Jahr sind, im letzten Jahr blieben sie nämlich auch miniklein und die in diesem Jahr gesäten sind bislang auch nicht größer. Dafür sind die Trostkandidaten, die ich eigentlich nur stehengelassen habe, um überhaupt irgendwas zu haben, nun prächtig gewachsen und haben auch Röschen angesetzt. Vielleicht muss man Rosenkohl also in manchen Gegenden einfach zweijährig (bzw. dreijährig, wenn man auch Saatgut will) einplanen?

      Tröstet mich ja, dass die Schalotten dieses Jahr bei dir auch nichts geworden sind. Letztes Jahr hatte ich damit auch keine Probleme. Auch nicht mit der Ackerwinde, s.o. …

      Ja, wirklich spannend. Wir haben ja doch recht unterschiedliche Böden und Wetterbedingungen, aber manche Trends ziehen sich offenbar trotzdem durch.

      Herbstanemonen sind auf jeden Fall einen Versuch wert, dankeschön! Die würde ja auch ganz hübsch über dem Kraut am Boden schweben.

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