Knusper Knusper Knete…

wer knabbert an meiner Bete?

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Unterirdisch unbeschadet, oberirdisch abgenagt.

Der Wind, der Wind, das himmlische Kind wird es wohl kaum sein, auch Schnecken habe ich diesmal nicht im Verdacht. Die abgefressenen Stellen scheinen mir Zahnspuren aufzuweisen, aber sicher bin ich mir nun auch wieder nicht.

Wie dem auch sei, über den Fraßschäden haben die Knollen schon wieder eine feste Haut gebildet, Fäulnis war also wahrscheinlich nicht zu befürchten. Trotzdem habe ich die Selbstbedienung irgendwelcher wie auch immer gearteter Tierchen zum Anlass genommen, die beschädigten Beten zu ernten. Der nahende Herbst ist ohnehin die perfekte Zeit für Rote (oder wie-auch-immer-farbige) Bete-Salat.

Nun essen wir die Bete zu diesem Zweck nicht roh und geschreddert, sondern scheibliert und gebraten. Und weil es eins meiner Lieblings-Herbst-Rezepte ist und ich es (glaube ich) hier noch nicht geteilt habe, mache ich das doch bei der Gelegenheit einfach mal. Ein „echtes“ Rezept ist es allerdings nicht, weil ich keine verlässlichen Mengenangaben liefern kann – ich mache das immer so nach Gefühl und aus dem Handgelenk, was meine Schwiegermutter in den Wahnsinn treibt, aber was soll ich machen, ich koche halt so. Die Details sind aber auch einfach nach Geschmack, Anlass und Bedarf variabel, deshalb braucht man auch eigentlich überhaupt keine genauen Grammangaben, püh!

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Als rustikales Mitagessen mit Brotresten vom Frühstück.

Bunte Bete-Salat

Zutaten:

  • ein paar Bete-Knollen jedweder Couleur
  • Olivenöl zum Braten
  • ca. 1 TL flüssiger Honig oder Ahornsirup
  • ca. 1 TL Zitronensaft
  • Salz und Pfeffer nach Belieben
  • Kräuter fürs Dressing: die zarten Teile vom Bete-Laub bieten sich an, außerdem zarte nussige Aromen wie Feldsalat, Vogelmiere, Giersch usw. oder säuerliche Aromen wie Zitronenmelisse, Sauer- oder Schildampfer, Sauerklee usw.
  • ggf. Schafs- oder Ziegenkäse, Walnüsse oder Pinienkerne, Croutons oder getoastetes Brot
  • ein Apfel passt auch gut dazu, wenn er nicht zu süß ist

Die bunte Bete mit einem Sparschäler schälen und in dünne Scheiben schneiden. Bloß nicht dieses vorgekochte, vakuumierte Zeug nehmen, das schmeckt nur halb so gut. Der Charme an hellen Sorten wie Burpee’s Golden und Bianco Avorio ist, dass man sie ganz ohne das Rote-Bete-typische Blutbad verarbeiten kann. Aber auch mit der klassisch roten Bete wird man gut fertig, wenn man mit nassen Händen, Klingen und Brettchen arbeitet. Ehrlich wahr! Also auch beim Nachmachen auf vorgekochte Knollen verzichten. Zum Glück hält sich Bete mindestens bis zum Frost im Beet und lässt sich auch ähnlich gut im Keller überwintern wie Kartoffeln. Gar kriegen wir die Dinger auch selber!

Und zwar in einer großen Pfanne, deren Boden gerade so eben mit Olivenöl bedeckt ist. Aufheizen und die Bete-Scheiben liebevoll nebeneinander (!) anbraten. Deckel auf die Pfanne, nach einer Weile ebenso liebevoll jede Scheibe einzeln wenden und die Rückseite ebenso braten. Ja, das dauert länger, als alles auf einmal in die Pfanne zu hauen, aber das ist es wert, versprochen! Dieser leicht karamelisierte erdige Geschmack der beidseits gebratenen bunten Beten ist einfach wunderbar. Hat man verschiedenfarbige Sorten, fängt man am besten mit der hellsten an, dann behalten sie nämlich auch ihre Farbe bis zum Schluss.

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Nach dieser Fuhre hingegen wird alles, was folgt, pinkig.

Während die erste Fuhre so vor sich hin brutzelt, kann man schon einmal in einer hinreichend großen Salatschüssel Honig (oder Ahornsirup, auch sehr fein), Zitronensaft, die nach Belieben zerkleinerten oder gezupften Kräuter, Salz und Pfeffer verrühren. Öl braucht man an dieser Stelle keins, das bleibt ja vom Braten her an den Roten Beten haften. Die fertigen Scheiben kann man nun nach und nach in die Salatschüssel geben und mit dem Dressing vermischen, damit es sich gut verteilt. Desweiteren kann man in den Wartezeiten den Käse im Backofen wärmen, Brot toasten, Nüsse hacken oder einen säuerlichen Apfel klein würfeln. Die Apfelwürfel kann man mit den Nüssen (oder Pinienkernen) nach der letzten Rote-Bete-Fuhre in der Pfanne kurz anbraten oder auch direkt roh in die Salatsauce geben, wie’s beliebt.

Am Ende rührt man dann noch mal herzhaft um. Fertig. Man kann den Salat direkt lauwarm essen oder auch abkühlen lassen, das schadet ihm nicht. Ziegenkäsetaler oder leicht angewärmter Feta schmecken großartig dazu, aber sicherlich funktioniert der Salat auch ohne Käse und als Beilage.

Die großen Blätter, die man nicht in die Salatsauce geschmissen hat, kann man übrigens wie Mangold verwenden, z.B. in einer leckeren Quiche. Sie sind etwas ledriger als Mangold, aber nach dem Garen ist das ziemlich egal.

Hätte ich übrigens die Fraßschäden nicht entdeckt, hätte ich sicher noch ein paar Wochen mit der Ernte gewartet, insofern muss ich den unbekannten Mitessern fast dankbar sein. Trotzdem hoffe ich, dass die restlichen Knollen verschont bleiben, damit wir bis zum Winter noch viiiiel Bunte-Bete-Salat essen können!

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Mit Feldsalat, Waldnüssen und Ziegenkäsetalern: macht satt und selig.

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